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Es muss ja nicht immer ausgehen wie in Loriots Gedicht "Advent" ("Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer / die Försterin im Herrenzimmer. / In dieser wunderschönen Nacht / hat sie den Förster umgebracht"). Und doch sind es oft nicht die besten Voraussetzungen für harmonisches Zusammensein. Der Baum steht schief. Die guten Kekse sind schon aufgegessen. Alles muss man selber machen. Und dann ist es auch noch das letzte Mal "Licht ins Dunkel" mit Peter Rapp. Kurz gesagt: Man muss sich oft mit Gewalt an das vielbemühte Schlagwort erinnern, dass Weihnachten ein "Fest der Liebe" ist. Das Feuilleton der "Wiener Zeitung" versucht gegenzusteuern: mit Geschenkideen zum Thema Liebe. Und wünscht mit den Worten von Tick, Trick und Track: "Alle Jahre wieder singt frohe Lieder, reicht die Hand euch brüderlich, damit es sei recht weihnachtlich."

Liebe, Eros und Tod waren zeitlebens die Themenschwerpunkte des großen kanadischen Songwriters und Autors Leonard Cohen (1934 bis 2016). Dass sein Band "Die Flamme - The Flame" (Kiepenheuer & Witsch) intensiv davon kündet, kommt nicht von ungefähr: Die Arbeit an rezenter und die Sichtung älterer Lyrik unter Beigabe von Lyrics und Zeichnungen hielt den Meister bis zum Ende beschäftigt. Neben einem Diss des US-Rappers Kanye West als Ausreißer, der den Kauf allein rechtfertigen würde, wird noch dem nahenden Tod über die ewigen Feuer von Liebe und Sex eines ausgewischt: "I was old / My work was done / Then you began / To undress for me / On Skype / And I had to think / about my life again." Liebe als Licht, das kein Dunkel bricht. Andreas Rauschal

Wie intensiv die Liebe zwischen Tierbesitzern und ihren Schützlingen sein kann, zeigte Ulrich Seidl in seinem skandalisierten Dokumentarfilm "Tierische Liebe". Dort sind Menschen von den Rändern der Gesellschaft sehnlichst auf der Suche nach Zuneigung, aber Zwischenmenschlichkeiten gibt es für sie nicht; stattdessen dienen ihnen Hunde, Katzen, Ratten und allerlei Kleingetier als Ersatz für nicht vorhandene Lebensgefährten und Bettgenossen. Ulrich Seidls vielleicht provokantester Film kennt keine Tabus und bietet einen Blick in Abgründe - das etwas andere Weihnachtsgeschenk zum Thema Liebe. Matthias Greuling