Wien. "Service und Beratung an oberster Stelle": Mit dieser Parole präsentierte Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) am Mittwoch mit Erika Pieler die neue Präsidentin des Bundesdenkmalamts (BDA), die ihr Amt am 1. Jänner angetreten hat. Die Archäologin und Juristin, die zuletzt als Richterin für Denkmalschutz am Bundesverwaltungsgericht wirkte, setzt vor allem auf bessere Kommunikation.

Ihr sei es ein Anliegen, Denkmalschutz künftig "verständlich zu vermitteln" und der Bevölkerung auch "Einblicke in die behördliche Tätigkeit" zu ermöglichen. Dies soll unter anderem durch "geregelte Abläufe" und "serviceorientierte Begleitung" bei Unterschutzstellungen und Denkmalpflege gewährleistet werden. "Service und Transparenz stehen an oberster Stelle", ließ die 41-Jährige wissen. "Es muss klar sein, wann, wie und warum die Behörde eine Entscheidung trifft." Diese sollen in Zukunft auch öffentlich zugänglich sein.

Während der Begriff "Serviceorientierung" für Pielers Vorgängerin Barbara Neubauer "am Ende des Tages ein Schlagwort" war und eine stärkere Vor-Ort-Betreuung erfordere und womöglich mehr Mitarbeiter, wie sie 2018 im APA-Interview sagte, sieht Pieler keinen Bedarf an einem höheren Budget. Serviceorientierung müsse nicht bedeuten, mehr vor Ort zu sein, wie sie auf Nachfrage festhielt. Vielmehr gehe es um ein "Bürgerservice". Viele Informationen könne man über die Website zugänglich machen oder in persönlichen Telefonaten klären. Auch gehe es dabei um Kommunikation selbst - etwa, wie ein Bescheid formuliert werde. Die Beratung solle optimiert werden, und zwar schon möglichst früh im Prozess.

Sie werde sich in jedem Fall mit der Struktur und dem Aufgabenprofil des BDA befassen und dieses "fit für die Zukunft machen". Eine etwaige Änderung des Denkmalschutzgesetzes aus dem Jahr 1923 sei dazu aber nicht nötig. Auch mit der Konstruktion der nachgeordneten Dienststelle hat sie kein Problem: Etwaige Weisungen seitens des Ministeriums werde man auf fachlicher Ebene ausdiskutieren. Auch Blümel bekräftigte, dass er sich auf die Expertise verlassen wolle.

Kein Kommentar zu Heumarkt

Zum viel diskutierten Thema Heumarkt wollte sich Pieler nicht äußern und verwies in "Fragen zum Weltkulturerbe" auf den Minister, da sie hier nicht zuständig sei. Bei anderen Fragen wie etwa dem Abriss von Gründerzeithäusern betonte sie, dass die Interessen zwischen den beiden Polen Wirtschaft und Denkmalpflege auf Basis der Fachexpertise abgewogen werden. Man müsse die jeweiligen Interessen jedenfalls als gleichrangig betrachten.

Die Kritik Neubauers, dass Eigentümer möglichst wenig mit dem BDA zu tun haben wollen, lässt Pieler, die den Mittelweg zwischen archäologischer Kenntnis und der Juristerei schon während des Studiums eingeschlagen hat, nicht gelten. Als Richterin habe sie bei Berufungsverfahren nicht den Eindruck gewonnen, "dass viele Entscheidungen angefochten werden". Auch sei ihr stets die Wertschätzung der Eigentümer gegenüber dem Amt aufgefallen.

Von den zahlreichen Empfehlungen des verheerenden Rechnungshofberichts aus dem Jahr 2017 seien bereits mehr als 90 Prozent umgesetzt, erklärte Blümel. Seit seinem Amtsantritt vor "einem Jahr und einem Tag" habe er sich dem BDA gewidmet. Die späte Ausschreibung (im Herbst 2018) sei dem Bestreben geschuldet gewesen, die Kritik der Vorjahre ernst zu nehmen und die folgenden Schritte gut zu planen, "um die Reformen fortzusetzen".