Es sei Aufgabe des Bundesdenkmalamtes, historische Gebäude zu erhalten und zu schützen, aber nicht, Modernisierungen in die Wege zu leiten und Abrisse zu fördern, fordert Hannes Schneilinger. Der frühere Generalsekretär der Katholischen Aktion lebt seit über 40 Jahren in der Stadt, beobachtet und dokumentiert hier penibel jedes Bauprojekt "Ich habe den Eindruck, dass viele Bauvorhaben in Salzburg nicht öffentlich diskutiert werden."

Schneilinger machte die Verantwortlichen der Stadt auf den Umbau des Mozarteums aufmerksam, indem er ihnen dutzende Mails schrieb. Ein Stadtrat beruhigte ihn und meinte, dass er im Bundesdenkmalamt einen Garanten "für eines der Bedeutung des Gebäudes angemessenen Projektes" sieht. Auch lobte er darin Eva Hody. Sie sei eine hochrangige Expertin im Bereich der Denkmalpflege aber auch der Architektur in Salzburg.

"Am besten wäre es, wenn man den Zubau am Mozarteum nicht merkt", findet hingegen Christoph Ferch. Ein Anbau müsse auf das bestehende Gebäude mehr Rücksicht nehmen. "Warum muss alles, was neu gemacht wird, ein architektonischer Kontrapunkt sein?", fragt er sich. Einige Architekten wollen sich lieber selbst verwirklichen als Bestehendes zu wahren, so der Politiker. Die baulichen Erweiterungen seien außerdem überhaupt nicht notwendig, da im Keller des Gebäudes weiterhin genug Platz vorhanden sei, behauptet der Politiker. Mit dem Architekturwettbewerb werde seiner Meinung nach versucht, den Ausbau zu rechtfertigen. Christoph Ferch: "Der Bevölkerung werde damit aber auch gesagt: Ihr habt ja keine Ahnung von dem Ganzen - wir hingegen schon."

Selbstherrliche Architekten

"Erst langsam spricht sich in Österreich herum, wie das Weltkulturerbe funktioniert und dass es sich nicht jeder richten kann", stellt Friedrich Idam von Icomos Austria, dem Österreichischen Nationalkomitee des Internationalen Rats für Denkmalpflege, fest. Das Mozarteum erfordere daher eine grundlegende, wissenschaftliche Analyse, aus der hervorgeht, was hier möglich ist und was nicht.

Zu den Ur-Aufgaben des Denkmalpflegers zählt heute die Definition des jeweiligen Sanierungs- und Restaurierungsziels, was im Einvernehmen mit dem Eigentümer zu erfolgen hat. Er handelt aufgrund von vorliegenden Fakten, Befundungen und Quellen. Was gefällt oder nicht, spielt dabei keine Rolle.

"Es liegt bis heute kein Antrag auf eine Baubewilligung vor", sagt Dagmar Redl-Bunia von der Baubehörde der Stadt Salzburg. "Die Stiftung Mozarteum als Bauwerber muss darum ansuchen und ihr Bauvorhaben bekanntgeben." Darauf warte die Behörde schon seit über einem Jahr.

Auch müsste das Gebäude vollinhaltlich geprüft werden, da es sich in einem sehr sensiblen Stadtraumbereich von Salzburg befinde. Die Sachverständigenkommission der Stadt, die sich auch mit dem Umbau des Mozarteums befassen muss, besteht aus fünf Mitgliedern. Je nach deren Besetzung entscheiden sie sich sie für "eine einfügsame oder eine plakative Bauweise", erläutert Christoph Ferch.