Und damit zum besten politischen Witz des noch jungen Jahres und Onkel Rupert. Onkel Rupert zum Beispiel - der ist, was man im Wienerischen eine Lachwurzn nennt. Sein Lachen lässt die Fußböden beben und die Wände erzittern. So nebenbei ist er ein grauenhafter Witzeerzähler. Er kann es einfach nicht. Kein Gag, den er nicht verschenkt, keine Pointe, die ihm nicht im entscheidenden Augenblick entfällt. Aber er ist nicht nur ein lausiger Witzeerzähler, er ist obendrein ein miserabler Witzezuhörer. Nicht, dass er die Pointen nicht versteht. Nur lachen kann er nicht darüber. Irgendwie, scheint es, steht er auf dem Standpunkt, dass nur das Leben die wirklich guten Witze erfindet und Lachen sowieso eine Grundeinstellung ist, mit der man die Leichtigkeit des Gemüts feiert.

Wie ja auch Thomas Bernhard formuliert hat: "Es ist alles lächerlich, wenn man an den Tod denkt!" Obwohl man hinzusetzen möchte: "Alles, außer der Liebe."

Aber recht hat Bernhard - naturgemäß: Der Tod mag das herzhafte Lachen für einen Moment lang ersticken. Andererseits freilich verkleinert der Tod tatsächlich jedes ach so welterschütternde Problem zur Lachnummer. Beim Bäcker sind die Wachauer-Laberln ausverkauft? Das Benzin wird teurer? Streit mit den Kollegen am Arbeitsplatz? Bitte relativieren! Schallend lachen wird man vielleicht nicht, aber was heute ein Problem ist, löst sich morgen vielleicht doch in ein Schmunzeln. Es kommt auf die eigene Einstellung an.

Wobei - ganz ehrlich: Die herzhaftesten Lacher entspringen der Schadenfreude. Ja, sicher, schön ist das nicht. Aber die Sache mit der Bananenschale funktioniert immer noch am besten. Es kommt nur auf die Variation an. Manchmal ist die Bananenschale ein zum Teppich umfunktioniertes Tigerfell, wie in Freddie Frintons Allsilvesterposse "Dinner for One". In der Komödie "Die Liebe zu den drei Orangen" von Carlo Gozzi löst der groteske Sturz einer Hexe beim Prinzen eine Lachsalve aus und kuriert ihn von seiner Melancholie.

Und dann gibt es da noch einen boshaften deutschen Stardirigenten, der bei seinem Londoner Orchester einen von ihm gar nicht geschätzten über die Maßen dirigierbegeisterten, nicht aber dirigierbegabten Komponisten ans Pult ließ. Als ein Musiker den Stardirigenten nach dem wie vermutet eingetretenen Konzertdebakel fragte, wie er das zulassen haben könne, antwortete er: "Do you know the german word ,Schadenfreude‘?" Es soll wirklich so geschehen sein, der Stardirigent war Otto Klemperer, der Komponist - halt, ein wenig Diskretion muss es sogar noch in der Schadenfreude geben.