"Sprechen Sie bitte deutlich!", sagte der Tyrannosaurus Rex hinter dem Schalter, als die Reservierung überprüft werden sollte. Dann verwies der Mitarbeiter, der wegen seiner spitzen Zähne und des über den Counter ragenden Halses anfangs ein bisschen bedrohlich wirkte, auf einen Scanner neben sich. Dort möge man bitte seinen Ausweis auflegen. Zunächst spuckte die Maschine eine falsche Rechnung aus, die auch der Dino nicht korrigieren konnte. Erst als aus dem Hintergrund ein Mitarbeiter aus Fleisch und Blut hervorkam, wurde das Problem gelöst. Dann wünschte auch der Dino "einen guten Aufenthalt".

Hotellerie, nur noch ein Berufsfeld für Roboter?

Gut drei Jahre sind vergangen, seit am Rande eines Freizeitparks nahe Nagasaki, im Südwesten Japans, das Henn-na Hotel eröffnet hat. Der Name lässt sich mit "sich wandelnd", aber auch mit "seltsam" übersetzen, und in der Tat sollte dieser Ort von Anfang an beides sein. Seltsam, weil der Service fast ausschließlich von Robotern wie dem Dinosaurier am Schalter erledigt wird. Sich wandelnd, weil hier immer wieder neue Entwicklungen aus Japans florierender Robotik ausprobiert werden. Und das wiederum, so hat das doch noch menschliche Management immerzu gemutmaßt, könnte in der gesamten Hotelbranche einen tiefgreifenden Wandel verursachen: Roboterhotels als ökonomische Zukunft der Gastronomie?

Roboter hält Schnarchen für Gesprächsbeginn

Es sieht jetzt erst einmal nicht danach aus. Probleme wie das vom Rezeptionisten-Dinosaurier konnten bis heute nicht so weit behoben werden, dass der Betrieb ohne Störungen abliefe. Mal sind es automatische Kofferträger gewesen, die nur auf einer Ebene fahren können, aber keine Treppen steigen. Dann war die automatische Gesichtserkennung an der Zimmertür, die statt eines Schlüssels eingesetzt wurde, so ungenau, dass man auch ein Foto aus dem Smartphone vor die Kamera neben der Tür halten und so theoretisch in andere Zimmer einbrechen konnte, wenn man nur ein gutes Porträt des Bewohners besaß. Und dann nervte gelegentlich der Betttischroboter Chuuri-chan, ein knuffiges, rundes, unterarmgroßes Ding mit hoher Babystimme, das auf Kommando das Licht dimmen und ausschalten konnte, sich aber auf die Geräusche laut schnarchender Gäste hin aufgefordert fühlte, ein Gespräch zu beginnen - und so den Gast weckte. Der wiederum konnte dann nicht sofort Hilfe herbeirufen, denn es arbeiteten ja vor allem Roboter im Haus.

Anfangs hatte man im Henn-na Hotel noch größere Pläne. Bald sollten Drohnen Pizza liefern können, den Karton durch das geöffnete Zimmerfenster hereinbringen. Der Concierge, der mit einem großen Touchscreen auf Bauchhöhe die Gäste über Attraktionen in der Gegend sowie Essensangebote im Restaurant informiert, sollte noch intelligenter und wortgewandter werden.