Liam Neeson - © AFP
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Das hat er von seiner Ehrlichkeit. Liam Neeson hat eingestanden, vor rund 40 Jahren Rachegelüste gehegt zu haben. Eine Freundin sei damals von einem Schwarzen vergewaltigt worden, danach hätte Neeson tagelang einen dunkelhäutigen Mann töten wollen. Der Blutrausch ist verraucht, heute bereut ihn der Filmstar. Ein Zeitalter der Vernunft würde ihm dazu gratulieren und den Hut ziehen vor seiner Offenheit. Nicht aber die heutige Empörungsgesellschaft. Sie nennt den irischen Schauspieler einen Rassisten und setzt Konsequenzen: Der Rote-Teppich-Empfang für Neesons Film "Cold Pursuit" wurde in New York kurzfristig abgesagt.

Noch bizarrer ist eine Geschichte, die der Sender CNN auf seiner Homepage episch erzählt: Zwei Jahre hat der Journalist Thomas Lake den Todesumständen vonJames Brownnachgespürt. Der Sänger war 2006 mit 73 Jahren in einem US-Spital gestorben, als Ursache gilt Lungenentzündung. Das bezweifelt ein Dutzend Personen, darunter Jacquelyn Hollander, ehemalige Studiopartnerin und laut ihren Worten ein Vergewaltigungsopfer Browns: Der Sänger, der wie der Guru einer Soul-Sekte agiert habe, sei ermordet worden. Die Reportage liest sich wie ein Mix aus David-Lynch-Film und Mafia-Thriller und kreist am Ende vor allem um die Rolle einer Haar-Stylistin.

James Brown - © AFP
James Brown - © AFP

Klar entschieden ist dagegen, wer heuer die Oscars moderiert, nämlich niemand. "Wir können bestätigen, dass es keinen Gastgeber geben wird", sagte ein Sprecher der Oscar-Academy am Dienstag. Ursprünglich hätte der Schauspieler Kevin Hart die Aufgabe übernehmen sollen. Homophobe Aussagen aus der Vergangenheit kosteten den US-Amerikaner aber die Rolle, so sehr sich Ellen DeGeneres zuletzt für den Kollegen einsetzte. Laut Insidern könnte heuer ein neues Format erprobt werden: Verschiedene Filmstars sollen in die Einzelabschnitte der Gala einführen und so wohl auch den Quoten-Absturz der Show im Fernsehen stoppen. Fotos:afp