Mit voller Kraft: hdgö-Direktorin Monika Sommer. - © apa/Fohringer
Mit voller Kraft: hdgö-Direktorin Monika Sommer. - © apa/Fohringer

Wien. "Das Haus der Geschichte stößt in eine Lücke der Museums- und Bildungslandschaft vor," sagt Monika Sommer, Direktorin des Hauses der Geschichte Österreich (hdgö). In den ersten 100 Tagen seit der Eröffnung am 10. November 2018 wurde das Zeitgeschichtsmuseum in der Hofburg von 43.400 Menschen besucht, zwölf Prozent davon sind Jugendliche, überwiegend Schulklassen. Bisher wurden rund 300 Führungen gehalten, die Workshops sind bis Ende Mai ausgebucht.

Die für 2019 geplanten Themenschwerpunkte "Frauen und Frauenrechte", "Europa und seine Grenzen" sowie "Grund- und Menschenrechte" schlagen sich weniger in der bis 17. Mai 2020 laufenden Dauerausstellung "Aufbruch ins Ungewisse - Österreich seit 1918" als im Workshop- und Führungsprogramm nieder. "Dafür ist das Haus der Geschichte da: als Diskussionsforum", so Sommer. Unter dem Titel "Verschüttet. Malzgasse 16" werden ab 8. November Funde einer Synagoge gezeigt, die 2018 unter 80 Tonnen Schutt entdeckt wurden. Für Sommer sind die Objekte mit Brandspuren der Pogromnacht "ein absolut einzigartigen Fund".

"Wir arbeiten mit voller Kraft an der Welterentwicklung des Museums", versichert Sommer. Ihr Vertrag mit der Österreichischen Nationalbibliothek läuft noch auf drei weitere Jahre. Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) und Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka haben bekanntlich sowohl eine mögliche Namensänderung ("Haus der Republik") als auch eine Strukturänderung (Anbindung ans Parlament) angeregt. Eine fünfköpfige Evaluierungs-Kommission "ist im Moment am Arbeiten". Bis Sommeranfang soll eine Empfehlung für die politischen Verantwortlichen ausgearbeitet werden.

Sommers Präferenz liegt auf einem eigenständigen Bau - "wäre von wichtiger Symbolkraft" - am Heldenplatz - "auf jeden Fall ein guter Ort" - und am liebsten drei Mal mehr Platz wie jetzt - "damit könnte man Österreich gerecht werden".