"Land der Hämmer, Land der Dome, Land der . . ." - was reimt sich doch gleich auf "Skandale"? "Wale"? - Aber Wale in der schönen blauen Donau? Das wäre eigentlich ein Umweltskandal. Womit wir bei Wolfgang Fürwegers "Land der Skandale" sind, einer Bestandsaufnahme der "größten Politik-Affären, Pleiten und Verbrechen der Zweiten Republik", Der Titel ist in Rot-Weiß-Rot gesetzt: Ist Österreich gleichbedeutend mit Skandal? Thomas Bernhard würde naturgemäß nicken. Aber es genügt Wolfgang Fürwegers unaufgeregte Prosa, um etwa an die Beziehungen zwischen hochrangigen SPÖ-Politikern und dem Schiffsversenker Udo Proksch zu erinnern.

Und immer lockt das Geld: bei den Noricum-Waffendeals mit ihrer Verbindung zum SPÖ-Innenminister Karl Blecha, der auch in die "Lucona"-Affäre verstrickt war, oder bei der Buwog-Affäre, in deren Folge Karl-Heinz Grasser vom Finanzfeschak der Nation zu deren Buhmann mutierte. Pleiten, Pech und Pannen bei der SPÖ als Konsum-Unternehmerin, beim ÖGB in der Bawag-Affäre und in der Causa Hypo, die, wie Fürweger zeigt, doch keine reine FPÖ-Affäre war. Die Causa Waldheim entwickelt sich zum moralischen Debakel - und dann gibt es da noch die Serienmorde im Lainzer Spital.

Was bleibt, ist die Frage, worauf Fürweger hinauswill. Denn aus der Aufzählung von Skandalen entwickelt sich weder ein symptomatisches Bild des des früheren Österreich, und eines des heutigen schon gar nicht. Gut zu lesen ist das zweifellos. Wär’ ja angesichts eines Journalisten von Fürwegers Rang ein Skandal, wenn nicht.