Fuchs wurde am 7. Dezember 1906 als Erika Petri in Mecklenburg-Vorpommern geboren. Sie studierte von 1926 bis 1931 Kunstgeschichte, Archäologie und Geschichte an den Universitäten von Lausanne, London und München. 1932 heiratete sie Günter Fuchs, einen Diplomingenieur und Erfinder. Ihn neckte sie gerne mit dem Satz "Dem Ingeniör ist nichts zu schwör", den sie als Übersetzerin später berühmt machen sollte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann Fuchs als freie Mitarbeiterin für die deutsche Ausgabe von "Reader´s Digest" zu arbeiten. Eine dreiköpfige Abteilung beschäftigte sich dort gerade mit den Vorbereitungen zur ersten deutschen Ausgabe der "Micky Maus", deren Übersetzung man Fuchs anbot. "Ich hatte noch nie zuvor ein Comic-Heft in der Hand gehabt", erzählte sie später, "und bot mir Bedenkzeit aus. Es war mein Mann, der mich letztendlich ermutigte, das Projekt zu übernehmen. "

Beim Texten schwelgte Fuchs in korrekten Konjunktiven, Genitiven und Dativen. Die profunde Kennerin der deutschen Klassiker war der Überzeugung: "Man kann gar nicht gebildet genug sein, um Comics zu übersetzen." An sich sei der amerikanische Text vollkommen unübersetzbar, meinte sie. Wortwitz und Anspielungen des Originals müssten durch eigene Kreationen ersetzt werden. Fuchs, sprachbegeistert und belesen in deutscher und angelsächsischer Literatur, war schließlich in ihrem Element: "Ich konnte aus dem Vollen schöpfen und jeden sprechen lassen, wie es mir Spaß macht."

Zitate deutscher Dichter und Denker, flotte Jugendsprache und geschwollene Redensarten, Wortspiele und rhetorische Stilmittel - all das floss in die Fuchs´schen Sprechblasentexte ein. "Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Not uns waschen und Gefahr", geloben Donalds Neffen Tick, Trick und Track frei nach Schiller.

Preise als Sprachschöpferin

An anderer Stelle japsen sie: "Mir kreist der Hut! - Mein Gehirn käst! - Meins ist völlig verdunstet!" Bei der lange verpönten "Peng-Bumm"-Sprache der Comics zog Fuchs ebenfalls alle Register. Sie schuf neue Ausdrücke wie "grübel, grübel" oder "seufz". Lautmalereien wurden sogar noch ironisch kommentiert. Als Donald schnarcht "Sass! Zack! Schnorch! Gazong!", bemerkt einer seiner Neffen: "Reines Hochdeutsch ist das nicht."

1994 wurde Fuchs mit dem Kulturpreis "Morenhovener Lupe" ausgezeichnet. Im Jahr 1998 erhielt sie den Deutschen Fantasy Preis, 2001 den Roswitha-Preis der Stadt Bad Gandersheim und den Sonderpreis des Heimito von Doderer-Literaturpreises.