Mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich wurden gestern, Montagnachmittag, die Komponisten und Professoren an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Ivan Eröd und Erich Urbanner ausgezeichnet. Kunststaatssekretär Franz Morak überreichte die Insignien, die Laudatio hielt Herbert Vogg. Auf dem Programm der Feier standen auch Werke der Komponisten: Eröd spielte gemeinsam mit seinem Sohn, dem Bariton Adrian Eröd, seine "Vier Gesänge" (op. 44), Rita Medjimorec und Florian Kitt interpretierten Urbanners "Entfaltung" für Cello und Klavier.

Eröd, am 2. Jänner 1936 in Budapest geboren, emigrierte 1956 nach dem gescheiterten Ungarn-Aufstand nach Wien, wo er an der Akademie für Musik und darstellende Kunst Klavier und Komposition studierte. Er schloss beide Fächer mit Auszeichnung ab. Eröd, der die österreichische Staatsbürgerschaft trägt, ist seit mehr als drei Jahrzehnten als Professor für Komposition beziehungsweise Tonsatz tätig. Seine Komponistenlaufbahn begann Eröd mit serieller Kompositionstechnik, bevor er sich der Tradition zuwandte und mit tonalen Werken auch breitere Publikumsschichten ansprechen konnte. Sein Gesamtwerk umfasst mehr als 100 Kompositionen, darunter zwei Opern, Orchesterwerke, Kammermusik und Vokalwerke. Mit seinen Kompositionen hat er "wesentliche Beiträge zur österreichischen Gegenwartskultur geleistet", heißt es in den Unterlagen zur Verleihung des Ehrenzeichens.

Urbanner wurde am 26. März 1936 in Innsbruck geboren und lebt seit Mitte der 50er Jahre in Wien. Er studierte an der Musikakademie (Klavier, Komposition und Dirigieren) bei Karl Schiske, in dessen Nachfolge er seit mehr als dreieinhalb Jahrzehnten als Lehrender tätig ist. Wie Eröd begann er seriell, bevor er sich dem freien Spiel und der Improvisation zuwandte. Urbanner hat an die 120 Musikstücke geschrieben: zwei Opern, ein Requiem, ein Monodram, Konzerte, Orchesterwerke, Kammermusik, eine Messe und Lieder. In seiner Musik bricht der erklärte Raumschiff-Enterprise-Fan in ferne Welten und ferne Galaxien auf.

Eröd und Urbanner zählen zu den meist gespielten zeitgenössischen österreichischen Komponisten. Sie wurden mehrfach ausgezeichnet, auch ihre vorige Auszeichnung erhielten sie gemeinsam: Im Oktober bekamen beide das Goldene Ehrenzeichen des Landes Wien.