"Zeit ist das, was man an der Uhr abliest", meinte Albert Einstein. Und das war lange Zeit individuell höchst unterschiedlich. - © Getty Images/Science Photo Libra
"Zeit ist das, was man an der Uhr abliest", meinte Albert Einstein. Und das war lange Zeit individuell höchst unterschiedlich. - © Getty Images/Science Photo Libra

Höchste Zeit, dass die Zeit in die Zeitung kommt! Am kommenden Wochenende ist die Zeit schließlich wieder einmal Hauptdarstellerin. Da findet wieder "der kleine Jetlag für jedermann" statt, auch Umstellung auf Sommerzeit genannt. Die Uhr wird eine Stunde vorgestellt, was sechzig Minuten Verlust an Zeit bedeutet. Und das, obwohl Zeit das kostbarste Gut überhaupt ist. Dieser Meinung war auch der Naturwissenschafter und Staatsmann Benjamin Franklin: "Wenn die Zeit das Kostbarste unter allem ist, so ist Zeitverschwendung die allergrößte Verschwendung", meinte der Erfinder des Blitzableiters.

"Die Zeit ist eine physikalische Größenart", definiert das Internet-Lexikon Wikipedia. "Das allgemein übliche Formelzeichen der Zeit ist t, ihre SI-Einheit ist die Sekunde s. Die Zeit beschreibt die Abfolge von Ereignissen, hat also eine eindeutige, unumkehrbare Richtung."

Albert Einstein hat in seinen Relativitätstheorien Raum und Zeit in Beziehung gebracht und das mit Formeln untermauert. Dass er der Entdecker des Zusammenhangs war, dem widersprechen Wagnerianer. Immerhin hat der Dichterkomponist im ersten Akt seines "Parsifal" etwas geschrieben, was sich wie eine Vorahnung auf die Relativitätstheorie ausnimmt: "Ich schreite kaum, doch wähn’ ich mich schon weit", wundert sich Parsifal, worauf Gurnemanz erklärt: "Du siehst mein Sohn, zum Raum wird hier die Zeit."

Das Ablesen der Uhr

Was die Zeit im Grunde ist, lässt sich ohne Zuhilfenahme komplizierter physikalischer Formeln nicht erklären. Ist auch gar nicht notwendig, schließlich weiß doch jeder, was die Zeit ist. Man braucht nur auf eine Uhr zu schauen: 60 Sekunden ergeben eine Minute, 60 Minuten eine Stunde, zweimal 12 Stunden einen Tag. Nur am Tag der Umstellung auf die Sommerzeit sind es einmal 12 und einmal 11 Stunden und am Tag der Umstellung auf die Winterzeit sind es einmal 12 und einmal 13 Stunden. Irgendwie muss sich der Raubzug, den die Sommerzeit veranstaltet hat, durch eine milde Gabe der Winterzeit ja ausgleichen.

Aber ist es so einfach, das mit den Stunden und Minuten? Ausgerechnet Albert Einstein sagte: "Zeit ist das, was man an der Uhr abliest." Steckt eine tiefere Weisheit in dem Ausspruch?

Einmal überlegen: Die Zeit vergeht, ganz egal, was man mit der Uhr anstellt. Dabei ist das, was die Uhr anzeigt, nur die subjektive Wahrheit für eine Person oder eine Personengruppe. Zum Beispiel mag einer der Meinung sein, es sei eben sieben Minuten nach acht Uhr. Sein Nachbar indessen schwört, es sei erst vier Minuten nach acht Uhr. Wer von den beiden hat recht? Was, wenn es in Wahrheit punkt acht Uhr ist?