Mit der Polizistin Qing waren Sie ständig in Kontakt. Sie zeigte Ihnen eine Polizei-App mit 1,392 Milliarden Gesichtern . . .

Von ihr habe ich gelernt, wie sorglos die Chinesen mit der ganzen Überwachungstechnologie umgehen. Es gehe doch vor allem darum, Verbrechen zu bekämpfen, das sei doch eine gute Sache. Auch in staatlichen Propaganda-Medien wird das so dargestellt.

Sie schreiben: "Präsident Xi schwebt die totale Kontrolle über Information und Meinungen vor." Tüftelt man am "guten Chinesen"?

Ja. Die Idee ist, dank digitaler Total-Kontrolle den "perfekten" Muster-Staatsbürger zu erschaffen, der sich an alle vorgegebenen Regeln hält. Kritisches Denken und eine politische Haltung, die vom Mainstream abweicht, sind dabei nicht erwünscht und werden entsprechend bestraft.