Nicht ganz zufällig dürfte der Termin in diesem Jahr auf das Osterfest fallen: Das Programm werde eine "profane Ergänzung zum christlichen Licht" darstellen, so Klanglicht-Macher Rinner. Somit folgt das Grazer Festival den religiösen Wurzeln der großen, internationalen Vorbilder - allen voran natürlich die Fête des Lumières in Lyon. Die geht zurück auf das Jahr 1852, als die Einwohner der Stadt während einer Marienprozession spontan Kerzen ans Fenster stellten. Daraus entwickelte sich das mittlerweile größte Kunstfestival Frankreichs, das jedes Jahr bis zu vier Millionen Besucher anlockt und mit hochkreativen Lichtinstallationen von Künstlern aus der ganzen Welt die Nacht erhellt.

Überall Licht

Ebenfalls in die Weihnachtszeit fällt das Amsterdam Light Festival, das mit einer festen Sammlung an Kunstwerken sogar zu einem Exportartikel geworden ist - die beliebtesten Installationen reisen nach dem jährlichen Fest um die ganze Welt. Gänzlich weltlich ist hingegen der Ursprung des "Festival Of Lights" in Berlin, das jedes Jahr im Oktober über zwei Millionen Besucher anlockt und 2019 sein 15. Jubiläum feiert. Es gilt als eines der aufwendigsten Lichtfeste weltweit und taucht neben dem Brandenburger Tor, dem Fernsehturm, dem Berliner Dom, dem Bebelplatz, der Staatsoper und der Siegessäule 80 bekannte Gebäude der Stadt in ein neues Licht.

Angesichts solcher Zahlen macht man sich auch in Graz gewisse Hoffnungen, dass beim Publikumsvolumen noch Luft nach oben ist. So gibt es beispielsweise bereits Überlegungen, den Grazer Stadtpark ebenfalls in das Geschehen mit einzubeziehen. Gleichzeitig stellten die Festivalmacher bereits klar, dass das Budget der Grazer Bühnen keine weitere Expansion des Festivals zulasse. In diesem Jahr stehen ihnen 600.000 Euro zur Verfügung, finanziert zur Hälfte aus Mitteln von Bund, Land und Stadt, die andere Hälfte aus Sponsorengeldern. Man sieht: Auch in der Steiermark gibt es bei den Kulturbudgets wenig Lichtblicke.