Das Land Burgenland kauft die vom Verfall bedrohte Synagoge von Kobersdorf. - © APAweb/APA/EDITH GRUENWALD
Das Land Burgenland kauft die vom Verfall bedrohte Synagoge von Kobersdorf. - © APAweb/APA/EDITH GRUENWALD

Kobersdorf. Das Land Burgenland kauft die Synagoge Kobersdorf und beabsichtigt eine Generalsanierung des unter Denkmalschutz stehenden historischen Gebäudes. Das teilte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) am Donnerstag mit.

Geplant sei, die Synagoge als Veranstaltungsstätte zu adaptieren. Sie soll in weiterer Folge Raum für Ausstellungen, Konzerte, Symposien und vor allem für eine lebendige Auseinandersetzung mit dem jüdischen Erbe des Burgenlandes bieten, so Doskozil.

Zeugnis des jüdischen Lebens

Die Kobersdorfer Synagoge wurde am 11. April 1860 eingeweiht und ist eines der wenigen erhaltenen Zeugnisse jüdischen Lebens im Burgenland. Das Gebäude stehe auch sinnbildlich für das Schicksal der jüdischen Mitbürger - insbesondere in der Zeit des Nationalsozialismus - und solle in Zukunft gleichermaßen Veranstaltungsstätte wie Mahnmal sein. "Uns ist das kulturelle und vor allem das jüdische Erbe im Burgenland ein besonderes Anliegen", stellte Doskozil fest.

Mit dem Erwerb leiste man einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt eines wirklich wichtigen und bedeutenden historischen Gebäudes, so der Landeshauptmann. Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) Wien als zuständige Kultusgemeinde auch für das Burgenland begrüße den auf Initiative des Landeshauptmannes erfolgten Kauf des Gebäudes, so IKG-Präsident Oskar Deutsch.

Die Kobersdorfer Synagoge ist das einzige noch existierende frei stehende Synagogengebäude der "Sieben Jüdischen Gemeinden" des Burgenlandes. In den nächsten Wochen soll mit Erstmaßnahmen sowohl am Grundstück als auch am historischen Gebäude begonnen werden. Anschließend soll ein Sanierungskonzept erarbeitet und die Synagoge generalsaniert werden. Dabei soll das Gebäude so weit wie möglich in den ursprünglichen Zustand versetzt werden.

Besichtigung möglich

Bereits während der Schlossspiele Kobersdorf sollen Interessierte einen ersten Blick auf die Synagoge werfen können. Zumindest der Außenbereich des Gebäudes wird ab 3. Juli eine Stunde vor Vorstellungsbeginn für Besucher der Schlossspiele zugänglich gemacht. (apa)