Baku. Das "Historische Zentrum von Wien" bleibt auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes. Das wurde überraschend schnell im Rahmen der Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees im aserbaidschanischen Baku bereits am Dienstagnachmittag entschieden, wie die Österreichische UNESCO-Kommission mitteilt.

Damit ist wie erwartet das UNESCO-Welterbekomitee bei seiner noch bis 10. Juli dauernden Tagung den Vorschlägen des Expertengremiums ICOMOS gefolgt. Mit einem vorgeschlagenen zweijährigen Moratorium soll Österreich nun Zeit gegeben werden, Maßnahmen zum Erhalt der Welterbestätte umzusetzen.

Zweijähriges Moratorium

"Das vom UNESCO-Welterbekomitee nun bestätigte zweijährige Moratorium und der Verbleib auf der Roten Liste sind den Bemühungen und Maßnahmen des Bundes zu verdanken. Die eingeholte, unabhängige Expertise wurde als ernsthafte Bemühung verstanden und honoriert", beschied Gabriele Eschig als Generalsekretärin der Österreichischen UNESCO-Kommission. In einem nächsten Schritt muss nun bis Jänner 2020 ein Fahrplan mit konkreten Maßnahmen und Schritten an das Welterbezentrum in Paris gesendet werden.

Die UNESCO macht klare Vorgaben: Sollte der 66-Meter-Wohnturm in der Schutzzone gebaut werden, verliert die Wiener Innenstadt das Welterbe-Prädikat. Die UNESCO erlaubt eine maximale Gebäudehöhe von 43 Metern.  Sie richtet sich nach der Höhe des bestehenden Hotels Intercontinental am Heumarkt.

Der Limes hat Chancen

Aus österreichischer Sicht nochmals interessant wird der 6. Juli, wenn über die Aufnahme des Donaulimes abgestimmt wird. Er hat gute Chancen auf eine Aufnahme in die begehrte Liste der Weltkulturerbestätten. Um die Aufnahme der früher durchgehenden Kette militärischer Festungsanlagen entlang des gesamten südlichen Ufers der Donau bemühen sich Bayern, Österreich, die Slowakei und Ungarn in Zusammenarbeit. Die Entscheidung über die aussichtsreiche Einreichung soll am Samstagnachmittag fallen.

Hierzulande umfasst die Initiative beispielsweise Teile Carnuntums oder Überreste römischer Anlagen in Mautern, Tulln und Zeiselmauer (alle NÖ) oder etwa in Lorch bei Enns (OÖ). Auch archäologische Ausgrabungen des römischen Vindobona - also dem Vorgänger der Bundeshauptstadt - gehören dazu.

Einem Expertenbericht des Denkmalrates ICOMOS folgend, war bereits im Vorfeld klar, dass es der Vorstoß zur Aufnahme der Großglockner Hochalpenstraße heuer noch nicht auf die momentan 1.092 Kultur- und Naturstätten in 167 Ländern umfassende UNESCO-Liste schaffen wird. Bei der Sitzung in Aserbaidschan wird über die Aufnahme von insgesamt 38 neu nominierten Stätten entschieden. (apa)