Österreich ist eine Seemacht gewesen! Bis 1918 hatte der Habsburgerstaat Häfen an der Adria-Küste. Dass Österreich eine teilweise höchst erfolgreich agierende Kriegsmarine besaß, ist mittlerweile bestens aufgearbeitet - aber es gab auch Schifffahrtslinien im Besitz von Angehörigen der Monarchie, die auf große Amerika-Fahrt gingen.

Die Austro-Americana machte ihren Anfang als Frachtschiff-Linie und endete bei den Ozean-Riesen "Kaiser Franz Joseph I." und "Martha Washington", die den betuchten Fahrgästen jeden erdenklichen Luxus in eleganten Quartieren und gediegenen Aufenthaltsräumen und den Zwischendeckspassagieren die übliche Enge boten, wie sie auf allen Schiffen dieser Zeit herrschte.

Der österreichische Historiker Gregor Gatscher-Riedl hat sich schon bisher diverser Themen zur Monarchie angenommen, ganz besonders aber der österreichischen Seefahrt. Sein jüngstes Buch "Rot-Weiß-Rot über den Atlantik" beleuchtet die Geschichte der Austro-Americana und ist allein schon wegen des Bildmaterials eine Sensation. Gatscher-Riedl dokumentiert die Schiffe und ihre Ausstattung, er bringt auch Plakate, Inserate und Fotos vom Leben an Bord. Lebendig erzählt er von den Geschicken der Schifffahrtslinie und von den Schicksalen der Schiffe und Menschen. Auch die Österreicher blieben von Schiffskatastrophen nicht verschont. Ein Buch, das Seefahrtsinteressierte sowieso begeistern wird, aber auch für all jene wertvoll ist, die mehr über die Details der k.u.k. Monarchie erfahren wollen.