Lwiw (Lemberg)/Wien. Auch Lemberg ist eine Mozart-Stadt. Allerdings nicht die des Kugel-Mozart, sondern die seines Sohns: Franz Xaver Mozart, Sohn von Wolfgang Amadeus, verbrachte einen Großteil seines Lebens in Galizien.

Seit 2017 gibt es in Lemberg - ukrainisch Lwiw - das LvivMozArt, ein Festival zu Ehren des Komponisten, dessen Talent ganz im Schatten des väterlichen Genies stand. Die Initiative zum Festival ging von der Grazer Chefdirigentin Oksana Lyniv aus. Und das Konzept von Lyniv in Lwiw geht auf, hat die 41-Jährige doch binnen kürzester Zeit eines der mit Abstand größten Klassikfestivals der Ukraine auf die Beine gestellt.

Die österreichische Note ist dabei heuer eine der dominanten, auch abseits des Namensgebers. So stand bereits zur Festivaleröffnung am gestrigen Sonntag Joseph Roth, einer der wesentlichen heimischen Literaten, im Mittelpunkt. Mit einem Gedenkkonzert vor der Ruine der Synagoge in Roths Geburtsstadt Brody läutete die ebenfalls aus der kleinen westukrainischen Stadt stammende Lyniv das Festivaltreiben ein.

Klezmer, Philharmoniker und Kinder

Bis 11. August sind nun unter anderen Klezmer-Ikone Giora Feidman mit seiner Klarinette und dem Gershwin Quintett oder Sopranistin Pumeza Matshikiza mit einem Galakonzert zu hören. Als Rahmenprogramm gibt es eine Ausstellung zum Thema "Musik und Literatur" im zentral gelegenen Potocki Palast, die von der Salzburger Stiftung Mozarteum unterstützt wird. Eben diese stellt am Dienstag (6. August) auch das Kammerkonzert "Mozart - Verbindung der Generationen" anlässlich des 300. Geburtstages des Mozart-Vaters Leopold am 14. November vor. Und unter dem Titel "Mit Mozart nach Prag" gibt es ein ursprünglich für die Wiener Philharmoniker entwickeltes Kinderkonzert für die kleinsten Zuhörer.

Somit stellt das LvivMozArt einen der wesentlichen Bausteine des Kulturjahres Österreich-Ukraine dar. Seit Jahresbeginn zieht sich der Kulturreigen mit den verschiedensten Veranstaltungen. Gut 200 Projekte wurden auf ukrainischer respektive österreichischer Seite im Rahmen des Jahres organisiert. Zu den Vorhaben, die für heuer noch geplant sind, zählt etwa die am 8. August im Salzburger Fotohof startende Ausstellung "Playing the Past" und eine ukrainische Nacht im Museumsquartier am 3. Oktober, während es bei der Viennale eine Auswahl ukrainischer Filme geben soll.

Brückenbau Lwiw-Wien

Beim Lyrikfestival Meridian in Czernowitz sind ab 5. September österreichische Programmpunkte eingeplant, und am 31. Oktober wird die MozArt Sinfonietta Salzburg unter Chungki Min im Mozarteum Werke zeitgenössischer ukrainischer und österreichischer Komponisten aufführen. Mit dem Filmarchiv und dem Filmmuseum sind ebenso Kooperationen geplant wie im November im Stephansdom ein Abend mit geistlicher Musik aus der Ukraine.

Aber nicht nur die dezidierte Kultur, auch die Wissenschaft soll in dem Kooperationsjahr eine Rolle spielen. Dazu zählen Vorträge durch die Historikerkommission mit Wissenschaftern beider Seiten. Das Jahr endet dann im Dezember mit einer Konferenz unter dem Titel "Zwischen Kiew und Wien" in der österreichischen Bundeshauptstadt. (apa)

http://austriaukraine2019.com/de