Die italienische Köstlichkeit

Also: Ein dünnes Stück Kalbfleisch ausklopfen, salzen, pfeffern, in Mehl wenden, durch ein aufgeschlagenes und mit etwas geriebenem Parmesan verquirltes Ei ziehen und in Öl goldbraun herausbacken, mit Zitrone darreichen.

Flugs sind wir jetzt wieder beim Mozart gelandet und beim Beethoven und selbstredend beim Johannes Brahms und beim Franz Kafka der Donau. So schließt sich der Kreis. Ja, das Schnitzel ist ein Zugereister. Auf der Fahrt ist, durchaus nicht zum Vorteil des Schnitzels, der Parmesan verloren gegangen, und die Altwiener Küche hat das Öl durch das in ihr dauerpräsente Schweineschmalz ersetzt. Das ist alles.

Richtig wienerisch ist einzig und allein die Lust an der Panier. Im Schatten des Steffel wird paniert, was paniert werden kann: Hühnerfleisch und Pilze und Käse. Selbstverständlich wird auch Fisch paniert. Aber wer wird schon einen panierten Fisch für ein Schnitzel ausgeben? Dann wären ja auch panierte Champignons und panierter Spargel so quasi Schnitzel.

Allenfalls streitet man sich über das Fleisch. Aber das echte Wiener Schnitzel ist und bleibt Kalbfleisch. Wer Schweinefleisch paniert, macht Schnitzel Wiener Art. Vive la petite différence!

Bloß ganz allgemein: Eine italienische Fleischzubereitung mit einem Salat aus südamerikanischen Wurzeln als Beilage als Symbol für die österreichische Nation nehmen... - Was muss Österreich noch als Nahrungssymbole ertragen? Spaghetti alla napoletana? Pizza Margherita?

Dabei gäbe es so herrliche Speisen, die so typisch österreichisch sind, dass die Erzherzogin Maria Theresia sie schon gegessen haben kann. Zum Beispiel gebackene Stierhoden.

Guten Appetit!