Ecken und Kanten

Da gibt es inzwischen ganz andere Trends: Seit der tschechische Autobauer Skoda vor etwa sieben, acht Jahren damit begann, kantige Linien in seine Karosserien zu stanzen und die ganze Flotte diesem Design unterwarf, kopieren die anderen brav mit. Heute gibt es die Limousinen und Kompaktwägen mit kantigen Haifisch-Mäulern längst auch bei VW, Seat und den anderen Skoda-Konzernbrüdern, aber auch bei der asiatischen Konkurrenz. Letztere ist vom Design-Standpunkt her im Übrigen seit jeher die austauschbarste: Ob man in einem Hyundai, Toyota oder Kia sitzt, lässt sich im biederen Einheitsdesign schon lange nicht mehr erkennen. Immerhin merkt, wer in einem Opel sitzt: Ratloser als die Designer dieser deutschen Traditionsmarke ist kein anderer Hersteller. Opels Autos wirken allesamt, als hätte sie Homer Simpson entworfen.

Doch wohin geht der Trend? Wenn sich das E-Auto durchsetzen sollte, kann das Auto sein Erscheinungsbild völlig verändern: Durch den kleineren E-Motor sind kurze Motorhauben, kurze Überhänge, dafür ein langer Radstand und ein höher gebautes Fahrzeug möglich, was mehr Platz im Innenraum ermöglicht. Aerodynamisch verkleidete Felgen reduzieren den Luftwiderstand. Das autonome Fahren kann klassische Bedienelemente wie Armaturenbrett und Lenkrad obsolet machen. Es könnte dann so aussehen wie Luigi Colanis Entwurf eines runden Rennwagens mit Badewannen-Feeling aus dem Jahr 1973. Das würde vermutlich auch Homer Simpson gefallen.