Um 22:50 Uhr begann am 5. Oktober 1969 eine Sternstunde für Freunde skurrilen Humors: Die BBC startete die Serie Monty Python’s Flying Circus. Es folgten 44 weitere Folgen (insgesamt drei Staffeln mit je 13 Folgen, eine Staffel mit sechs Folgen). Insgesamt waren es laut Süddeutscher Zeitung 1899 Minuten, und danach war das Genre Comedy neu definiert: Es darf fast alles.

Die Show zerlegte nach Dadaisten-Art nicht nur alles, was als common sense galt, sondern auch das damals gängige Spaßmachen im Fernsehen: Etablierte Abläufe wurden auf den Kopf gestellt, das Prinzip der Nummernrevue gesprengt. Assoziatives Durcheinander bestimmte die Dramaturgie, und Tabus gab es fast keine. Dementsprechend weit lagen die Urteile der Kritiker auseinander: Die einen fanden Monty Pythons Humor albern und geschmacklos, die anderen befreiend und wegweisend.

John Cleese, Graham Chapman, Eric Idle, Michael Palin und Terry Jones stellten mit ihrem anarchistischen Humor in den Siebziger Jahren die Comedy-Welt auf den Kopf, danach gingen sie meist eigene Wege. 2014 standen sie zum letzten Mal zusammen auf der Bühne, allerdings ohne den inzwischen verstorbenen Graham Chapman.

An der Universität in Oxford lernte Jones in den 60ern den anderen "netten" Python - Michael Palin - kennen, während sich das konkurrierende und provokantere Autorenteam Eric Idle, Graham Chapman und John Cleese in Cambridge zusammenfand; der Amerikaner Terry Gilliam stieß 1969 dazu. Im selben Jahr schafften sie den Durchbruch mit ihrer Nonsense-Serie "Monty Python's Flying Circus". Auch im Kino war die Komiker-Truppe mit Kassenschlagern wie "Das Leben des Brian", "Der Sinn des Lebens", "Monty Pythons wunderbare Welt der Schwerkraft" und "Die Ritter der Kokosnuss" erfolgreich.

Von 8. bis 10. Oktober wird der Monty-Python-Star John Cleese mit dem Kabarettisten Michael Niavarani drei Abende in Folge im Globe Wien bestreiten. Dazu, was unter dem Titel "Hopeless but not serious" dort dann kredenzt wird, gibt sich auch ein Englisch-Deutscher-Ankündigungstext eher bedeckt. Die beiden werden demnach jedenfalls "sehr viel auf Englisch und a little auch in German" sprechen.

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Ritter der KJokosnuss

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