Linz. Der Chefdirigent des Linzer Brucknerorchesters, Markus Poschner, sowie der Intendant des Landestheaters, Hermann Schneider, bekommen ihre Verträge fix für weitere fünf Jahre verlängert. Die Entscheidung dazu fiel früher als nötig. Damit läuft das jeweilige Engagement bis 2026 bzw. bis 2027, gab Landeshauptmann Thomas Stelzer bei einer Pressekonferenz in Linz mit den zwei Künstlern bekannt.

Normalerweise würde darüber immer erst ein Jahr vor dem Auslaufen des alten Vertrages entschieden. Dies wäre bei Intendant Schneider 2021 der Fall gewesen, bei Dirigent Poschner im Jahr 2022. Stelzer lobte die "sehr erfolgreiche Entwicklung" des Linzer Landestheaters und des Brucknerorchesters, das auch von den Zusehern geschätzt werde. Vor allem die aktuelle Saison 2019/2020 sei die erfolgreichste bisher mit aktuell 42.000 verkauften Karten nur in den Monaten September und Oktober. Preisgekrönte Inszenierungen wie "Harmonie der Welt", "Schwanensee" oder "Die Frau ohne Schatten" wären auch international aufgefallen. Mit Fortführen der Zusammenarbeit mit Poschner und Schneider wolle man einen eigenen Weg gehen, betonte Stelzer. "Wir sind das oberösterreichische Angebot im Theater, im Orchester" so der Landeshauptmann.

Der Intendant des Linzer Landestheaters Hermann Schneider. - © APAweb / Rubra
Der Intendant des Linzer Landestheaters Hermann Schneider. - © APAweb / Rubra

Spannungsfeld zwischen Tradition und Avantgarde

Sowohl Chefdirigent Poschner als auch Intendant Schneider zeigten sich erfreut. "Ich fühle mich geehrt", kommentierte etwa Schneider. Die Debatten rund um die Vertragsverlängerung hätten sich mehr um Inhalte und weniger um das Geld gedreht. Der Deutsche blickte dabei besonders auf das Brucknerjahr 2024, an dem man nun arbeiten könne. Einen Aspekt, den er präzisierte, war die Verknüpfung der avancierten Kunst mit der religiösen Frage, indem Bruckner landläufig gern als "Musiker Gottes" dargestellt werde.

Auch Markus Poschner, der seit September 2017 das Bruckner Orchester leitet, stellte für sich das Spannungsfeld zwischen Tradition und Avantgarde in den Mittelpunkt seiner künstlerischen Bestrebungen. Dass der Vertrag vorzeitig verlängert wurde, sah er als "Vertrauen von Stelzer". Der Landeshauptmann wollte keine Auskunft auf die Frage nach den Honoraren der beiden Künstler geben. Geld sei natürlich wie bei allen Verträgen eine Frage. Dies falle aber unter Datenschutz. (apa)