Vergessen Sie 3,14159! Und von 1,41421 haben Sie auch nicht wirklich was im täglichen Leben. 0-1-1-2-3-5-8-13-21-usw., das ist das Wahre. Völlig zu Recht, dass diese Fibonacci-Zahlenreihe am kommenden Samstag gefeiert wird!

Zum Beispiel: Ein Brot mit Honig (oder lieber Honig auf der Semmel?) zum Frühstück. Was nützt da die Zahl 1,41421? - Rein gar nichts, weil die Quadratwurzel aus Zwei, die man laut jedem Mathematiklehrer, bitteschön, auswendig kennen möge, mit Honig gerade so viel zu tun hat wie ein Flusskrebs mit einem Marsmenschen. (Und dass jetzt niemand zu faseln anfängt, die UFOs kämen nur deshalb, weil die Marsmenschen am liebsten Flusskrebse essen!)

Zahlen und Bienen

Mit 3,14159 kommt man dem Honigbrot schon näher. Immerhin wird das Honigglas einen runden Boden, eine runde Öffnung oder vielleicht beides haben, und da ist die Mitwirkung der Kreiszahl Pi eine runde Sache. Nur mit dem Honig selbst hat sie nichts zu tun, nur mit dem Honigglas. In dem könnte man, nach genossenem Honig, freilich auch Büroklammern aufbewahren, und schon sind Pi und Honigbrot getrennt.

Die Fibonacci -Reihe hingegen beschreibt die Anzahl der Ahnen einer Drohne der Honigbiene. Aber nicht nur das: Ob Sonnenblume oder Schneckenhaus, Fettsäure oder Fichtenzapfen, Parthenon oder Blütenblatt: Überall steckt sie drin. Unlängst sogar im Münsteraner "Tatort". Margeriten und Gänseblümchen blühen mathematisch. "Gott würfelt nicht", meinte Albert Einstein. Aber ein großer Zahlenspieler dürfte er sein.

Dabei ist diese Fibonacci-Folge simpel: Der Beginn ist bei null und eins, danach ist jede Zahl die Summe der beiden unmittelbar vorangegangenen Zahlen. Also: 0+1=1; 1+1=2; 1+2=3; 2+3=5; 3+5=8 und so weiter.

Johannes Kepler hat dann festgestellt, dass sich der Quotient zweier aufeinanderfolgender Fibonacci-Zahlen dem Goldenen Schnitt annähert. Damit drücken zwei aufeinanderfolgende Fibonacci-Zahlen ein Verhältnis aus, das die meisten Menschen, aus welchem Grund auch immer, als besonders ausgewogen empfinden, und zwar auch dann, wenn sie den Grund dafür nicht kennen.

Leonardo da Vinci nützte die Verhältnisse der Fibonacci-Reihe bzw. den Goldenen Schnitt bei der "Mona Lisa" ebenso wie beim "Letzten Abendmahl" und nützte die Ideal-Verhältnisse auch für den Vitruvianischen Menschen.

Die Pyramiden und der Eiffelturm und das Apple-Logo nützen die Verhältnisse der Fibonacci-Zahlen zueinander. Und längst wissen auch die Gestalter von Werbegrafiken, dass ihre Arbeiten ein bisschen besser aussehen und vielleicht auch wirkungsvoller den Betrachter ansprechen, wenn sie auf der Basis der Fibonacci-Verhältnisse aufgebaut sind.