Gold ist Magie: "Schon mein ganzes Leben lang hab ich seine Farbe geliebt, seinen Glanz, seine göttliche Schwere." Das Zitat könnte von Dagobert Duck stammen, dem bedeutendsten Gold-Experten unter den Erpeln Entenhausens, aber in Wahrheit ist es von Auric Goldfinger. Dem Mann ist seine Leidenschaft gleichsam angetauft. "Aurum" - das ist lateinisch für "Gold". Der Nachname spricht den Rest der Bände. Natürlich ein deutscher Name, wie üblich für einen Schurken in den angloamerikanischen Filmen dieser Zeit. In "Goldfinger" (1964) vereitelt James Bond, Agent 007, den perfiden Plan des goldversessenen, vielleicht durch das Gold in den Wahnsinn getriebenen Goldfinger, Fort Knox radioaktiv zu verseuchen und dadurch seine eigenen Goldbestände aufzuwerten.

Das Szenarium könnte eine moderne Verschwörungstheorie sein - davon später.

Älteste Funde in Bulgarien

Gold, chemisches Element Au, Ordnungszahl 79, in der Kupfergruppe des Periodensystems: Was macht seine Besonderheit aus? - Fast scheint es, als sei die Leidenschaft für das gelbglänzende Metall in den menschlichen Genen angelegt. Denn von Geld, Münzen und Notgroschen war noch keine Rede, da fertigten Menschen aus Gold besondere Objekte, meist in Zusammenhang mit Religion, Ritus und Totenkult. Aus der Zeit zwischen 4600 bis 4300 vor Christus datiert der Goldfund von Warna. Zur zeitlichen Einordnung: Da kommen die Mesopotamier gerade auf das Rad und beginnen, Krakel in Tontafeln zu drücken, was man später als Schrift bezeichnen wird, die Ur-Chinesen beginnen mit dem Anbau ihres Lieblingsgetreides Reis und die Ur-Bulgaren kommen auf die Idee, den Geschmack ihrer Gerichte mit einem weißen Zeug zu heben, das sie zu Pulver zermahlen. Später wird man es mit - ja: mit Gold aufwiegen und Salz nennen.

Im 6. Jahrhundert vor Christus kommt der lydische König Kroisos auf eine bis heute weltbewegende Idee: Er lässt aus Gold Münzen prägen. Seither steht sein Name als Synonym für einen reichen Mann.

Ähnlich reich wäre auch Midas geworden, hätte er nur besser aufgepasst, was er sich von Gott Dionysos wünscht: Alles möge zu Gold werden, was der König berührt. Wirklich alles. Ein Fehler, eindeutig. So wurde Midas zum ersten Menschen, der bitter erfahren musste, dass man Gold nicht essen kann - obwohl Goldflitter heute als Lebensmittelzusatzstoff E175 verwendet wird. Aber eben nicht als Nahrungsmittel. Es ist noch einmal gut ausgegangen bei Midas: Er badete im Fluss und übertrug damit seine fatale Gabe ans Wasser des Paktolos.