Schon sind wir wieder bei Auric Goldfinger, den Shirley Bassey im Bond-Titellied als "Man with the Midas touch" besingt, als den Mann, dessen Berührung alles in Gold verwandelt. Was Bond wenig später erlebt, wenn seine Gespielin unter einem Goldüberzug erstickt. "O fluchwürdiger Hunger nach Gold", dichtete Vergil und Margarethe sagt in Goethes "Faust": "Zum Golde drängt, / Am Golde hängt / Doch alles" und setzt hinzu: "Ach wir Armen!"

Tatsächlich ist das edle Metall dazu geeignet, im Menschen die unedelsten Begierden zu wecken. "Jedem, der es besitzt, erfüllt es alle Wünsche dieser Welt und verhilft den Seelen ins Paradies", meine Christoph Columbus, der am Anfang eines beispiellosen Raubzugs in Südamerika stand. Die goldenen Artefakte wurden eingeschmolzen, um auf den Schiffen leichter transportierbar zu sein. Die Legende machte sich breit vom El Dorado, dem Goldland. Das übrigens auch Dagobert Duck in einer Geschichte sucht. "Gold und Silber lieb ich sehr, / könnt es auch gebrauchen, / hätt ich nur ein ganzes Meer, / mich hinein zu tauchen", heißt es in einem Studentenlied. Onkel Dagobert nimmt das ganz wörtlich bei seinem täglichen Bad in Goldmünzen.

Goldene Verlobungs-, goldene Eheringe - Gold als Symbol für Wert und Beständigkeit. Dennoch behält man am besten Goethe im Gedächtnis: "Gold kauft die Stimme großer Haufen, kein einzig Herz erwirbt es dir."

Umweltschäden durch Abbau

Apropos Schmuck: Aus reinem Gold ist der niemals. Das liegt aber nicht an der Knausrigkeit der Schenkenden oder der Knickrigkeit der Juweliere, sondern am Gold selbst: Es ist für die Verarbeitung zu weich. Nur als Legierung ist es formbeständig. So mischt man für Rotgold Kupfer bei und für Weißgold Palladium und früher Nickel. Sehr fest wird eine moderne Legierung aus 99 Prozent Gold und 1 Prozent Titan. An ihr würde man sich nach der probaten alten Methode der Echtheitsprüfung buchstäblich die Zähne ausbeißen. Adäquate Abhilfe könnte danach nur ein Goldzahn schaffen.

Der Traum vom Goldmachen - Midas hat ihn geträumt und bitter bereut. Heere von Alchemisten haben vergebens nach dem Stein der Weisen gesucht (und dabei, ohne es im Sinn zu haben, die systematische Chemie entwickelt). Gold muss geschürft werden - und das ist in höchstem Maß umweltschädlich. Heute fallen für einen einzigen Goldring rund 20 Tonnen Schutt an. Das bei der Gewinnung eingesetzte hochgiftige Quecksilber verdampft beim Ausglühen des Goldes, die Rückstände gelangen in Flüsse und ins Grundwasser. Im Jahr 2017 stammten etwa 43 Prozent des geförderten Goldes aus der Volksrepublik China, Australien, den USA, Russland und Kanada. In Südafrika gräbt man in Tiefen von 4000 Metern nach Gold.

Doch Gold beflügelt nicht nur Fantasien vom Reichtum. In Kreisen von Verschwörungstheoretikern hat es einen besonderen Stellenwert, seit der Schweizer Bankier Ferdinand Lips in seinem Buch "Die Gold-Verschwörung" (2001) behauptete, Papiergeld würde wertlos werden, wohingegen der Goldmarkt von einer internationalen Macht- und Finanzelite manipuliert werde.