Dresden/Wien. Am Mittwoch, zwei Tage nach dem Einbruch ins Grüne Gewölbe in Dresden, öffneten die Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) das Residenzschloss wieder für Besucher. Geschlossen bleibt nur das Schatzkammermuseum, aus dem die beiden Diebe rund 100 Preziosen gestohlen haben. Grund ist die Spurensicherung der Polizei. Die Zuordnung von DNA-Spuren gestaltet sich freilich schwierig in einem Museum mit hoher Besucherfrequenz.

Mittlerweile nehmen die Ermittler nehmen eine genau ausgeklügelte Tat an und gehen von vier Tätern aus. Axel Petermann (67) war viele Jahre Ermittler. In der "Bild" vermutet er, dass die Täter über "technisches Know-How und sicherlich auch Insider-Wissen" verfügt hätten. "Das wäre eine schreckliche Vorstellung", reagierte SKD-Generaldirektorin Marion Ackermann.

Derzeit gehen die Kriminalisten davon aus, dass der in einer Tiefgarage in Brand gesetzte Audi ein Fluchtfahrzeug war, und dass auch der Brand im Stromverteilerkasten in Schlossnähe mit dem Einbruch in Verbindung steht. Die Soko "Epaulette" prüft Hinweise aus der Bevölkerung und bittet um Bild- und Videomaterial.

Diskussion um Sicherheit

In deutschen Medien ist inzwischen auch eine Diskussion um die Sicherheitsvorkehrungen entbrannt. So wird teilweise argumentiert, dass das Sicherheitsglas der Vitrinen den Axthieben der Einbrecher zuwenig Widerstand geboten habe. Allerdings, so die Gegenposition, würde ab einem gewissen Moment eben auch Sicherheitsglas nachgeben.

Derzeit wird die Höhe des Schadens ermittelt. Dirk Syndram, Direktor des Grünen Gewölbes, sagte, die Juwelendiebe hätten weniger Beute gemacht als befürchtet. Von den drei kostbarsten Juwelengarnituren sei weniger gestohlen worden als zuerst angenommen. Einige sehr wichtige Objekte seien weg, andere verloren geglaubte nicht.(eb)