"Kennt ihr Asterix?", fragt Michael Götzinger in die Runde. Es ist natürlich eine rhetorische Frage des Museumsleiters und dennoch bejaht die kleine Zuschauergruppe enthusiastisch. "Denn das ist ein echter Sesterz", sagt der pensionierte Wissenschafter und drückt den Besuchern die aus den Asterix-Heften bestens bekannte römische Münze in die Hand. Sie liegt schwer in der Hand, nicht wie die Münzen von heute. Und obwohl sie schon etwas abgegriffen ist, kann man sie noch gut erkennen. Hier im Wienerwaldmuseum in Eichgraben setzt man auf Wissensvermittlung durch die Sinne. "Begreifen durch Angreifen", sagt Götzinger.

Der 70-Jährige mit dem britischen Sakko und dem weinroten Pullunder, der genauso gut jederzeit in den Gängen der Universität in Oxford um die Ecke biegen könnte, weiß, wovon er spricht. Als Universitätsprofessor in Wien hat er im Laufe seiner Karriere vielen Studierenden die Mineralogie nähergebracht. "Aber jetzt bin ich in Pension, da kann ich mir die Arbeit im Museum leisten", lacht er und sieht sich in seinem kleinen Reich mitten in Eichgraben um.

Liebevolle Sammlung

Sechs Ausstellungsräume, einen für die Lokalgeschichte im ersten Stock und mehrere für Geologie und Archäologie im Erdgeschoss, stehen für die Besucher im Wienerwaldmuseum bereit. In der volkskundlichen Sammlung sind viele Alltagsgegenstände der Vor- und Nachkriegszeit ausgestellt, etwa ein Eiskasten, der mit Eisstücken (aus Eisteichen) befüllt wurde. Einblicke in die Biologie des Wienerwaldes geben einige Präparate von charakteristischen Tieren des Wienerwaldes.

Liebevoll, aber dennoch wissenschaftlich korrekt wird hier gesammelt. Hier gibt es Action und Wissenschaft in Harmonie nebeneinander. So hat man in einem kleinen Kammerl eine Höhle für museale Zwecke nachgebaut, die den professionellen Nachbildungen in großen Naturkundemuseen um nichts nachsteht. Bis auf einen kleinen Unterschied: "Unsere Höhle ist wahrscheinlich die einzige, in der Kinder bereits ein Picknick gemacht haben", lacht Götzinger. Nur so kann man das Gefühl nachempfinden, das die Menschen damals hatten. Sogar ein kleines (natürlich unechtes) Feuer gibt es. Im Garten des Museums befinden sich ein nachgebautes römerzeitliches Hügelgrab, ein Kohlenmeiler und der Zeugschuppen mit Werkzeugen und Geräten aus dem ehemaligen Heimatmuseum.