Oh Schreck! - Ist wirklich schon der 20. Dezember?

Das sind noch, den Freitag mitgerechnet, Moment: vier Tage bis zum 24. Dezember.

Jetzt wird’s echt knapp mit dem Geschenkekauf!

Der 22. fällt weg, das ist ein Sonntag. Am Vormittag des 24. - gut, eine Chance, aber eher nicht anzuraten. Da rennt man nur hektisch von einem Laden in den anderen, weil man nicht weiß, was man eigentlich kaufen will, und die einzige Besinnlichkeit ergibt sich, wenn man an der Kassa gefühlte Stunden in der Schlange steht.

Der heutige Tag? - Wetten, der ist verplant?

Bleibt der 21.

Der vierte Einkaufssamstag.

Klingelnde Kassen

Der Tag, an dem die Kassen von Euros klingeln und die Ohren von "Last Christmas" und "Jingle Bells".

Über die Mariahilfer Straße wälzen sich Massen, als wären die Menschen auf der Flucht vor einem Weihnachtsteufel mit seinen menschenfressenden Rentieren. Die Luft ist geschwängert von Aggression und Punschdunst. Man braucht sich bei den Standeln gar nicht anzustellen, damit der Dusel ins Hirn steigt, man braucht nur tief einzuatmen. Das genügt.

Aber zurück zu den Geschenken der letzten Momente.

Was tun?

Jetzt ist also doch der Tag der Krawatte angebrochen! Fritz hat deren 26 im Kleiderkasten hängen. Er trägt keine davon, weil Fritz prinzipiell keine Krawatten trägt. Angesichts dessen ist es doch völlig gleichgültig, ob er 26 oder 27 im Kasten hängen hat. Hauptsache, ein Geschenk machen! Ha! - Welch eine Idee! Fritz bekommt heuer keine normale Krawatte, sondern eine Schalkrawatte. Die wird er zwar auch nicht tragen, aber wenn sie so als Einzelstück im Kasten hängt, eine Schalkrawatte neben 26 normalen Krawatten, dann wird sich Fritz immer an Weihnachten 2019 erinnern. Und auch an den, der ihm dieses schöne Geschenk gemacht hat.

Apropos Krawatte - den Witz kennen Sie sicher, dennoch: Die Tante schenkt ihrem Neffen zu Weihnachten zwei Krawatten. Als er sie eine Woche später zu Neujahr besucht, trägt er pflichtbewusst eine davon. Sagt die Tante mit beleidigtem Unterton: "Und die andere gefällt Dir nicht?"

Marion wird von den Weihnachtsgeschenken auf andere Weise heimgesucht: Parfum. Das ist viel schlimmer. Krawatten kann man ablegen. Das ist im Handumdrehen erledigt. Düfte aber kann man nur abwaschen. Sofern man sie überhaupt auflegen mag. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn man sich einen Tag lang nicht riechen kann, weil man sich riechen kann. Und zwar mit dem falschen Geruch.

Wenn man weiß, welchen Duft frau bevorzugt - gut. Aber als Notkauf beim DM um die Ecke, weil man sonst keine Idee hat? Frau räche sich mit einem bunten Hemd, das sie eine Nummer zu klein kaufe. "Hast Du am Ende zugenommen?" - Also am besten gleich die Hände vom Parfum lassen!