Wien. Seit Jänner hat das Technische Museum Wien mit Peter Aufreiter einen neuen Generaldirektor. In dem Haus in Wien-Penzing will der 45-jährige Linzer Kulturmanager etwa über die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz verstärkt "Verbindungen zum Heute" knüpfen. An Ideen zur Umsetzung mangle es nicht, wie Aufreiter am Mittwoch sagte, am Geld hingegen durchaus.

Anhand eines der zentralen Ausstellungsstücke, der größten und stärksten jemals in Österreich gebauten Dampflokomotive, wird die Brücke ins Jetzt ab 4. April geschlagen. Die sogenannte "12.10er" stellte 1936 das "Nonplusultra der Dampfloktechnologie" dar, die dann als interaktive Installation neu zum Leben erweckt werden soll. Am Beispiel des 1936 in Wien-Floridsdorf gebauten, 138 Tonnen schweren und mit der damaligen Rekordgeschwindigkeit von 154 Stundenkilometern fahrenden Stahlkolosses illustrierte der neue Museums-Chef, wie er sich die Herangehensweise vorstellt: Man stelle etwa die Frage, warum damals noch auf Dampfbetrieb gesetzt wurde, obwohl es elektrische Alternativen gab. Auch werde man beispielsweise darstellen, wie groß der CO2-Ausstoß wäre, würde die Bahn auch heute noch kohlebefeuert verkehren, so Aufreiter.

Dass die Gegebenheiten in einem Museum für Technik und Wissenschaft anders sind als in einem Kunstmuseum, verdeutliche die Tatsache, dass Objekte wie eine Lokomotive nicht einfach wie ein Bild von da nach dort gehängt werden können: Jede Bewegung solcher Ausstellungsstücke koste bald einmal 100.000 Euro. Dementsprechend seien nicht die Visionen der begrenzende Faktor, sondern das Budget.