Es war gar nicht leicht, den notwendigen sozialen Abstand zu halten, als Kunst- und Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek am Freitag zum Runden Tisch mit der Kulturbranche geladen hatte. Rund 40 Teilnehmer kamen am Wiener Concordiaplatz zusammen, um die aktuelle Lage angesichts der Coronavirus-Krise zu besprechen. "Ich bin sehr froh, dass wir das gemacht haben", so Lunacek danach zur APA.

 "Es hat mich sehr gefreut, dass eine sehr sachliche Diskussion über die Lage möglich war und auch bereits konkrete Beispiele eingebracht wurden, was anders gemacht werden könnte", sagte Lunacek. So sei es etwa um Ratenzahlungen bei Sozialversicherungsbeiträgen, um einen Kultur-Katastrophenfonds der Verwertungsgesellschaften oder um mögliche Stundungen von Mietzahlungen von Kinobetreibern gegangen. Besonders dramatisch habe sich die Lage der Kulturvermittler, der Filmproduzenten und -verleiher dargestellt: "Es geht an die Existenz!"

Kultur als wichtiger Wirtschaftsfaktor

Sie habe sich gefreut, dass der ressortzuständige Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) an der Besprechung teilgenommen habe, sagte die Staatssekretärin, schließlich gelte es jetzt, die Fragen von Entschädigungen und Unterstützungen auch in größeren Zusammenhängen einzubringen. Zuvor sei es in den Budgetverhandlungen im Bereich Kunst und Kultur darum gegangen, mit kleineren Erhöhungen ausgebliebene Valorisierungen auszugleichen und faire Bezahlung zu ermöglichen. "Das Prekariat besteht weiter, doch nun wird es existenzbedrohend." Es sei zu bedenken, dass Kultur auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sei.

Mit Ausnahme der Bundestheater und der Bundesmuseen, mit denen man als Eigentümer ohnedies ständig in Kontakt stehe, seien alle wesentlichen Verbände eingeladen gewesen. Sie habe den Vertretern der Kulturbranche für ihren Einsatz und ihr Verständnis angesichts dieser Gesundheitskrise gedankt, sagte die Staatssekretärin. Zur Reduzierung der Sozialkontakte will man in der Sektion auch selbst beitragen: Ab kommender Woche arbeiten die meisten Mitarbeiter von zu Hause, die weitere Treffen in der heutigen Runde werde es "virtuell" geben.

Betreung online und telefonisch

Auf der Homepage des Ministeriums ist ein eigener Bereich "FAQ Auswirkungen des Coronavirus auf Kunst und Kultur" eingerichtet, die Mitarbeiter der Sektion stünden auch telefonisch für Fragen zur Verfügung. Wie lange die Schließungen voraussichtlich andauern würden, und ob etwa auch Wiener Festwochen oder Salzburger Festspiele betroffen sein könnten, sei derzeit unmöglich vorauszusehen: "Seriöse Aussagen dafür lassen sich nicht treffen." (apa)