Quarantäne mit Kindern kann die Nerven aller Beteiligten bis zum Äußersten belasten. Aber wenn man zum Beispiel in der Lage ist, aus einem Küchensieb Funken sprühen zu lassen oder Kartoffel in Batterien zu verwandeln, dann hat man gleich einmal bessere Chancen, die Situation zu retten.

"Der Blitz am Küchensieb" ist eines der physikalischen Experimente, zu denen das Technische Museum Wien online Anleitungen zur Verfügung stellt. Sie stammen aus der Serie "Technik kinderleicht – Experimente aus der Küche". 24 solche Experimente stehen auf der Homepagezum Download bereit. Da wird erklärt, wie man aus Kartoffeln eine Batterie baut oder wie man aus einem Korken und einem Nagel einen Kompass konstruieren kann. Manches dieser Experimente ist vielleicht sogar auch für Erwachsene verblüffend. "Die Zitrone mit der Schwimmweste" kennen wahrscheinlich auch erfahrene Köche nicht. Vielleicht bekommt man sogar Lust, sich das gesamte Experimente-Buch im Online-Shop zu bestellen. Man weiß ja nicht, wie lange die Zeit sein wird, die man zu Hause überbrückt.

Die Postdrohne

Natürlich ist das Technische Museum mehr als ein Kinderspielplatz. Auf der Homepage werden auch allerlei Ausstellungsobjekte vorgestellt. Da findet sich ein Wagen der Pferdeeisenbahn "Hannibal",die seit 1827 von Linz nach Budweis führte, eine Art Kutsche auf Schienen, die noch nicht die entfernteste Ähnlichkeit mit einem modernen Railjet hatte. Mit einer Geschwindigkeit von zehn Stundenkilometern brauchte man für die Strecke 13 Stunden. Das änderte sich erst, als 1872 die Pferde durch hochmoderne Dampflokomotiven abgelöst wurden.

Ein Gegenstück zur Pferdeeisenbahn wäre die Postdrohne "Heidi", die ebenfalls vorgestellt wird. Sie wurde in den Jahren 2017 und 2018 in Kooperation der Österreichischen Post mit der Technischen Universität Graz entwickelt und ist in der Lage Briefe oder Pakete in abgelegenen Gegenden zuzustellen. Routinemäßig wird Heidi derzeit allerdings nicht eingesetzt, aus "rechtlichen und wirtschaftlichen" Gründen, wie zu erfahren ist.

Riesige Mediathek

Besonders reizvoll, wenn auch wahrscheinlich gar nicht für Kinder geeignet, ist die riesige Mediathek, auf die das Museum Zugriff gewährt, eine Sammlung von Videos und Tondokumenten aller Art. Sie bilden den Alltag der letzten Jahrzehnte aus dem Blickwinkel privater Aufnahmen ab und zeigen Hochzeiten gerade so wie Sportereignisse oder die Arbeiten auf Baustellen.

Eine ganz spezielle Einrichtung ist das "10-Megabyte-Museum". Darin sammelt das Museum Computerdaten von Privatpersonen. "Stellen Sie sich vor", heißt es in dem Aufruf, "Sie haben nur 10 MB zur Verfügung, um das zu sichern, was Ihnen persönlich wichtig erscheint und einen kollektiven Nutzen für in Österreich lebende Menschen haben könnte. Was könnte das sein, wenn sie sich auf 10 MB beschränken müssten?" Da kann jeder sein privates digitales Erbe aufbewahren, ein Projekt, das sich als "digitale Flaschenpost für die Zukunft" versteht.

www.technischesmuseum.at