Auch an diesem Wochenende gibt es wieder eine Menge neuer Angebote und Initiativen in Bereich der Kunst, Kultur und Wissenschaft. 

Auch wenn das Wetter sonnig ist, besser auf der Couch man ist... - © Foto: Inside Weather on Unsplash
Auch wenn das Wetter sonnig ist, besser auf der Couch man ist... - © Foto: Inside Weather on Unsplash

Virtuelle Pulsschläge im heimischen Ausstellungsbetrieb

Wie alle Kultureinrichtungen sind auch Galerien und Ausstellungshäuser von den coronabedingten Schließungen betroffen, dennoch hat sich die Szene ihre Lebendigkeit bewahrt - ihr Pulsschlag ist vielfach virtuell wahrnehmbar. So bietet beispielsweise die Wiener Christine König Galerie unter dem Titel "Home Alone, Divided But United" eine fortlaufende Serie von digitalen Einblicken auf verlinkte Instagram- und Facebook-Profile (http://go.apa.at/Yfbzo17c; http://go.apa.at/RvrZcZ1S) von Künstlern, Sammlern, Freunden und Teammitgliedern der Galerie. Zum kreativen Stelldichein "#freudebereiten" ruft die niederösterreichische Galerie Gugging auf: Bis Ende April sind alle Bleistift- und Pinselbegabten aufgerufen, ein Bild zu erschaffen und das Handyfoto dazu an https://galeriegugging.tumblr.com/submit zu übermitteln. Es gibt zwar nichts zu gewinnen, außer durch die Veröffentlichung im Galerie-Blog und einer eventuellen Teilnahme an einer späteren Ausstellung zu Ruhm und Ehre zu gelangen. Und das steirische Kunsthaus muerz in Mürzzuschlag liefert am hauseigenen Youtube-Kanal http://go.apa.at/8T9novcM mit "ON-kultur" tägliche Live-Events wie szenische Lesungen, Literatur-Performance und Kabarett.

Salzburger Kunstverein nun online-mehrspartig

Der Salzburger Kunstverein ist gleich mehrfach aktiv: Zum einen nimmt er am "Isolation TV" teil, einem Online-Projekt mit internationalen Künstlern, das von der Kuratorin Vaari Claffey konzipiert wurde und mit dem Grazer Kunstverein und anderen internationalen Partnern koproduziert wird. Zweitens sind die aktuellen Ausstellungen mit Arbeiten des österreichischen Künstlers Gernot Wieland und des irischen Künstlers Declan Clarke online auf der Website erlebbar. Weiters wurde eine Members Zone eingerichtet, in der Mitglieder des Salzburger Kunstvereins laufend ihre Arbeiten vorstellen. Schließlich gibt es auf der Homepage auch ein Highlights-Programm mit Videos zu früheren Ausstellungen, Veranstaltungen oder Vorträgen des Salzburger Kunstvereins (seit 2014). Das gesamte Online-Programm gibt es auf www.salzburger-kunstverein.at.

Kunstmuseum Waldviertel ruft zu "Lebenszeichen" auf

Mit der Publikumsaktion "Ihr Lebenszeichen" hat das Schremser Kunstmuseum Waldviertel zum Mitmachen eingeladen. Sowohl Kinder als auch Erwachsene sollen ihre Sehnsüchte und Vorfreuden malen oder zeichnen, Material und Technik bleiben jedem selbst überlassen. Die Fotos der Werke können per Mail an mailto:info@daskunstmuseum.at geschickt werden, um dann in die Publikums-Onlinegalerie (www.daskunstmuseum.at/bildergalerie) aufgenommen zu werden. Das Projekt wird von einem filmischen Rundgang durch die Ausstellung "Lebenszeichen" flankiert, die auch als Inspiration für die Mitmachaktion dienen soll. Hier werden Grafiken, Zeichnungen und Skizzen des 2016 verstorbenen Universalkünstlers Efthymios "Makis" Warlamis gezeigt. Die Ausstellung soll die Schaffensperioden und Themenkomplexe des Künstlers beleuchten.

Manege frei: Circus Louis Knie streamt erstmals eine Vorstellung

Den "Zauber der Manege" spüren, obwohl das Zirkuszelt nicht zugänglich ist? Das ermöglicht in Corona-Zeiten der Circus Louis Knie. Am Montag (6. April) wird erstmals eine Vorstellung via Facebook Live gestreamt beziehungsweise sind Highlights daraus zu sehen. Am Programm steht die aktuelle, eingangs erwähnte Show, die laut Aussendung nur einige wenige Male vor Publikum in Seiersberg bei Graz gezeigt wurde. Dort ist der Zirkus übrigens weiter mit seinen Mitarbeiter und Tieren stationiert, wobei nun eben statt dem alltäglichen Publikumsandrang die Vorbereitung auf den digitalen Auftritt anstehen. Beginn der Übertragung ist übrigens um 18 Uhr unter www.facebook.com/louisknie/.

Digitale Auktion: Prototypen und Designklassiker noch bis morgen im Dorotheum

Eine "Zeitreise durch die Geschichte der Formgebung" verspricht die noch bis zum morgigen Montag laufende Auktion zu Prototypen und Designklassikern im Wiener Auktionshaus Dorotheum. Hier gibt es Stühle und Tische der etwas anderen Art zu erwerben, die den eigenen vier Wänden definitiv einen besonderen Touch verleihen. So etwa der schwungvolle "Sniper"-Tisch von David Adjaye (Startpreis 50.000 Euro) oder William Sawayas Prototyp des "4Olga"-Sessels (geht bei 170.000 Euro los). Insgesamt stehen mehr als 200 Lose unter www.dorotheum.com zur digitalen Besichtigung bereit.

Burgtheater streamt "Die Nacht, als ich sie sah" als Onlinelesung

Im Oktober gab es im Akademietheater eine szenische Lesung des Romans "Die Nacht, als ich sie sah" von Drago Jancar. Die in Slowenien spielende Liebes- und Leidensgeschichte rund um eine attraktive Frau, die mit Ritterlichkeit beginnt und im Partisanenkampf endet, war 2015 in deutscher Übersetzung erschienen. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Jancar heuer den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur erhält. Vielleicht ein Grund mehr zuzuhören, wenn ab heute, 18 Uhr, "Die Nacht, als ich sie sah" auf www.burgtheater.at zu erleben ist - als Lesung von Roland Koch, Michael Maertens, Barbara Petritsch, Katharina Pichler und Branko Samarovski.

Genug vom vielen Fernsehen? Das Radio steht bereit

Wer vom TV genug hat, für den hält der Privatsender 88.6 Spezielles bereit. Schließlich sind auch die mächtigen Publikumsmagnete des Rock- und Popzirkus vom Coronaabsagereigen nicht ausgenommen. 88.6 schafft hier mit der "Coronale", dem "Festival der abgesagten Konzerte" Abhilfe: Von Sonntag bis Donnerstag, jeweils um 20 Uhr, gibt's Livekonzert-Ersatz der betroffenen Gigs, u.a. von den Rolling Stones, Metallica oder den Foo Fighters. Speziell für die heimischen Künstler läuft zuvor um 18 Uhr die "88.6 Coronale-Rotweissrot", wo zwei Stunden lang nur österreichische Hausmannskost gespielt wird. Auf www.radio886.at kann man Vorschläge zur Erweiterung der Playlist unterbreiten. Und in der "Coronale"-freien Zeit ruft 88.6 am Freitag und Samstag ab 18 Uhr die "Addicted to Rock Homeparty" aus als Soundtrack für das Wochenende zu Hause.

Filmtage zum Recht auf Nahrung: Onlinefestival "Hunger.Macht.Profite."

Titel wie "Bittere Ernte - Bauern weltweit in Not", "Seeds of Profit" oder "Danke für den Regen" werden im Rahmen der 10. Ausgabe des österreichischen Filmfestivals "Hunger.Macht.Profite" ab heute bis 2. Mai gezeigt - im virtuellen Raum. Anstelle der geplanten Bundesländertour kann man die Dokumentationen, die sich mit dem Raubbau an Mensch und Natur und der Verdrängung kleinbäuerlicher Strukturen tiefergehend auseinandersetzen, nun im Onlinestream auf www.hungermachtprofite.at gegen eine freiwillige Spende anschauen. Am 16., 23. und 30. April gibt es die Möglichkeit, an interaktiven kritischen Filmgesprächen teilzunehmen, um sich über lokale Initiativen und Handlungsmöglichkeiten auszutauschen.

Digitale Lesungen der Wienbibliothek: "Komteß Mizzi" von Walter Schübler

Es war ein Skandalprozess, der 1908 weit über die Grenzen Wiens für Aufsehen sorgte. In seinem soeben im Wallstein Verlag erschienenen Buch "Komteß Mizzi" rekonstruiert Walter Schübler den Fall der Marie Veith, die sich nach der Beschuldigung zur Geheimprostitution in die Donau stürzte. Das umfangreiche historische Dokumentenarchiv der Wienbibliothek im Rathaus war eine wesentliche Quelle für den Autor. Er lieferte das Drehbuch für die zwölf digitalen Lesungen "Komteß Mizzi - Snapshots", die ab heute jeden Mittwoch, Samstag und Sonntag im April um 10 Uhr aus der Wienbibliothek im Rathaus ausgestrahlt werden. Performen werden die Schauspieler Chris Pichler und Robert Reinagl unter der Regie von Suzie Wong, zu sehen auf der Website www.wienbibliothek.at und der Facebook-Seite der Bibliothek, die als zusätzliches Angebot ihre Archive öffnet um regelmäßig ein "Facebook-Objekt des Tages" zu präsentieren.

Ersatz-Osterfestspiele im Netz

Die Osterfestspiele Salzburg wurden zwar wegen der Coronapandemie abgesagt, doch für Fans gibt es ein besonderes Service. Die Festspiele starten am heutigen Samstag gemeinsam mit ihrem Medienpartner UNITEL ein kostenloses Videostreaming-Angebot. Auf der Website www.osterfestspiele-salzburg.at werden die Opernproduktionen von 2013 bis 2017 aus der Ära Christian Thielemann und der Sächsischen Staatskapelle Dresden gezeigt. Jedes Opernvideo bleibt für 48 Stunden verfügbar. Jeweils zu Mittag wird alle zwei Tage ein neuer Film gepostet. Die Aufzeichnungen sind dauerhaft auf www.myfidelio.at, der Streaming-Plattform von ORF und UNITEL, zu sehen.

Regisseur Philipp Preuss startet Internetprojekt zu Kafka

Am Samstag, um 19 Uhr feierte das Schauspiel Leipzig eine Live-Premiere im Netz. Der österreichische Regisseur Philipp Preuss musste die für Ende April angesetzte Premiere seiner Inszenierung "Das Schloss" nach Werken Franz Kafkas aufgrund der Coronapandemie absagen - und realisiert nun über die Videokonferenzplattform Zoom sein Internetprojekt "k.". Was der Protagonist K. in Kafkas "Schloss" erlebt, wird dabei zur Parabel auf unsere heutige Situation. Isolierte Einzelwesen suchen auf Videokonferenzen verzweifelt nach Zusammenhängen. "k." besteht aus insgesamt vier Folgen, die jeweils eine Dauer von 40 Minuten haben und über Zoom von 40 Teilnehmern gesehen werden können. Eine Anmeldung für die Termine muss bis 16 Uhr am Sendetag per Mail an besucherservice@schauspiel-leipzig.de erfolgen. Die Premiere jeder Folge findet jeweils samstags statt und wird unter der Woche dreimal wiederholt.(apa)