Immer mehr digitale Initiativen versuchen, den kalten Kulturentzug daheim leichter zu machen. Etwa virtuelle Wien-Führungen, das Linzer Lentos mit Murals, die es nur mehr bis Ende des Jahres im Hafen zu sehen gibt und das Burgtheater mit einer historischen Schnitzler-Inszenierung.

 

Virtuelle Wiener Stadttouren für den guten (kulturellen) Zweck

Wer sich auch in Coronazeiten ein bisschen als Tourist fühlen will - sei es auch nur im eigenen Land -, ist mit der Initiative Cultural Places eventuell gut bedient. Die Plattform bietet derzeit virtuelle Wien-Führungen zu mehreren Themengebieten an. Das Besondere: Die Hälfte des Kaufpreises von 9,99 Euro inklusive Bilderstrecken und Audioguide geht an die Volkshilfe. Unterstützen will man aber auch Kulturschaffende. Diese können eigene Touren beziehungsweise Ausstellungen hochladen, die Hälfte der Einnahmen fließt an die jeweilige Kulturinstitution oder den Künstler beziehungsweise die Künstlerin. Die erste bereits abrufbare Schau trägt den Titel #CultureAgainstCorona - mit eingereichten Werken von zehn heimischen Kulturschaffenden. (www.culturalplaces.com)

Linzer Couchkultur mit Lentos und Mural Harbor

Bereits rund 3.000 Menschen haben das Kunstmuseum Lentos über https://innovationshauptplatz.linz.at/de-DE/projects/kultur-online/info besucht, nun bringt das Linzer Start-up qapture mit der Indoor-Galerie von Mural Harbor einen weiteren spannenden Platz dazu. Die Ausstellung in der Linz-AG-Hafengalerie - Urban Art auf 2.500 Quadratmetern - ist ein Museum auf Zeit, da das Gebäude nach Jahresende einem Hotelprojekt weichen soll. Gezeigt werden Arbeiten von Künstlern, die sich bereits auf den Hafenwänden in Linz verewigt haben. Durch die 3-D-Digitalisierung wird das Projekt quasi archiviert für die Nachwelt.

Ein "Anatol"-Klassiker aus dem Archiv des Burgtheaters

Im Rahmen der Streamingschiene "Edition Burgtheater" steht Schnitzler-Freunden ab Montag, 13. April um 18 Uhr ein Klassiker kostenlos zur Verfügung: Der Verführer "Anatol" in einer Inszenierung von Ernst Lothar aus 1960. Als eleganter Charmeur ist Robert Lindner zu erleben, dem als ironischer Max Romy Schneiders Vater Wolf Albach-Retty zur Seite steht. In weiteren Rollen sind Käthe Gold, Christiane Hörbiger oder Paula Wessely zu erleben. Zu sehen ist die 1961 gefilmte Aufzeichnung aus dem Akademietheater dann 24 Stunden lang.
(www.burgtheater.at/edition-burgtheater) (apa)