Die Münchner Opernfestspiele finden in diesem Jahr aus Gründen des Infektionsschutzes nicht statt. Auch entfallen auf Anordnung des bayerischen Kunstministeriums sämtliche geplanten Vorstellungen der Bayerischen Staatsoper bis Ende Juni, wie das Haus am Freitag in München mitteilte. "Damit ist die Spielzeit 2019/20 der Bayerischen Staatsoper beendet."

Intendant Nikolaus Bachler zeigt sich bitter: "Ein Theater ohne Publikum, ohne Künstlerinnen und Künstler, die Bühne und Orchestergraben beleben, ist nichts weiter als eine tote Hülle." Bachler wünscht sich nach eigenen Worten, dass die Kultur auch während der Corona-Pandemie als unverzichtbar anerkannt wird, und nicht "auf dem Abstellgleis parkt". Kunst sei ein systemrelevantes Gut.

Szene Openair abgesagt

Nach der Absage aller Großveranstaltungen in Österreich bis Ende August bzw. den am 17. April verlautbarten Sicherheitsvorgaben ist am Freitag auch das Szene Openair abgesagt worden. "Schweren Herzens" müsse man bekanntgeben, dass die 31. Auflage des Festivals am Alten Rhein in Lustenau aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden werde, hieß es in einer Mitteilung der Veranstalter. Das Vorarlberger Festival hätte von 31. Juli bis 20. August über die Bühne gehen sollen, jährlich kommen bis zu 25.000 Besucher.

"Klassik am Dom" abgesagt

In Oberösterreich wurde hingegen die für Juli geplante zehnte Ausgabe der Konzertreihe "Klassik am Dom" am Freitag abgesagt. Am Platz vor dem Linzer Mariendom hätten Elina Garanca mit Freunden und dem Symphonieorchester der Volksoper Wien (2. Juli), Philipp Hochmair mit der Dirigentin Elisabeth Fuchs, der Philharmonie Salzburg, seiner Band Die Elektrohand Gottes und einer Orchesterversion von "Jedermann reloaded symphonic" (11. Juli) sowie David Garrett (25. Juli) auftreten sollen. Zudem war das Konzert "The Very Best of John Williams" mit den K&K Philharmonikern und Hans Sigl (4. Juli) sowie ein "Klassik am Dom for Kids" (5. Juli), das den "Karneval der Tiere" des französischen Komponisten Camille Saint-Saëns präsentiert hätte, geplant.

Weitere abgesagte Großveranstaltungen

 Weitere Großveranstaltungen, die abgesagt werden mussten betreffen im Juli 2020:

- Clam Rock und Clam Live (3. Juli - 28. August, Burg Clam)
- Lovely Days (4. Juli, Schlosspark Esterházy)
- Pearl Jam (7. Juli, Wiener Stadthalle)
- Aerosmith (9. Juli, Wiener Stadthalle)
- The Killers (14. Juli, Wiener Stadthalle)
- Iron Maiden (16. Juli, Stadion Open Air - Wiener Neustadt)

Im August müssen abgesagt werden:
- Picture On Festival 2020 (7.-8. August 2020, Open Air Festivalgelände Bildein)

Popfest Wien hofft

Rein theoretisch müsste auch das im Juli stattfindende Popfest Wien von den nun verlängerten Beschränkungen in Sachen Großveranstaltungen betroffen sein - da eng zusammenstehen sowohl unter freiem Himmel am Karlsplatz als auch in den Indoor-Locations dort meist üblich ist. Trotzdem will man das Event noch nicht absagen, sondern denkt über eine Alternativvariante nach.

"Es gibt schon seit geraumer Zeit Überlegungen zu Alternativszenarien", sagte Festivalleiter Christoph Möderndorfer am Freitag der APA. Wie diese nun ganz konkret aussehen, welche Sicherheitsmaßnahmen es geben würde und ob die Pläne tatsächlich umgesetzt werden können, das sei noch offen, aber: "Ganz klar ist aber, dass wir das Popfest nicht eins zu eins umsetzen können wie geplant", gab Möderndorfer zu bedenken. Die Veranstaltung, bei der am und rund um den Karlsplatz heimische Acts auftreten, ist für den 25. bis 28. Juli angesetzt. (apa)