Am öftesten aufschlagen wird der Leser wohl die allerletzte Seite. Auf ihr nämlich findet er den Stammbaum der Familie Mozart. Obwohl Michael Lemster, Unternehmensberater und Kulturwissenschafter, die Geschichte der Mozarts mit bewunderungswürdiger Klarheit erzählt, möchte man sich doch bei den Nennungen der weniger geläufigen Namen zurechtfinden.

Die Geschichte der Familie Mozart zieht sich von den Anfängen im 15. Jahrhundert, als ein Andris Motzhart in einem Dorf namens Heimberg in den Stauden nahe Augsburg Erwähnung findet, bis zum Tod von Bertha Forschter, die 1919 kinderlos stirbt.

Dass Lemster auf seiner Spurensuche nicht jeden Motzhart und nicht jeden Mozart gleichermaßen würdigen kann, liegt in der Natur der Sache. Dass ihn aber die Mozarts nach dem Tod von Wolfgang Amadeus nicht mehr wirklich interessieren, ist schade.

Naturgemäß ist zwar der Starkomponist der Musikgeschichte mit seinem engsten Familienkreis spannender als etwa der Beamte Leopold Alois Pantaleon Berchtold zu Sonnenburg, doch gerade, wenn man eine Familiengeschichte der Mozarts zur Hand nimmt, möchte man lieber etwas über die anderen Familienmitglieder wissen als über diejenigen, über die es ohnedies genug Biografien gibt.

Was Lemster freilich mitliefert, ist eine Geschichte über den Wandel der Zeit und der Lebensumstände, berichtet anhand der Familie Mozart: Gut geschrieben, spannend zu lesen, absolut empfehlenswert!