Zahlreiche neue Initiativen und Angebote finden sich in der aktuellen Ausgabe der Netzkultur. Was kann man von Daheim aus an kulturellem Input und Unterhaltung genießen? - Hier ein Überbick:

Burgtheater lotet mit neuer Reihe die "Wiener Stimmung" aus

Auch wenn mit dem Burgtheater das heimische Flaggschiff des Sprechtheaters wie alle kleinen Kollegen coronabedingt unfreiwillig vor Anker gehen musste, bedeutet das nicht das Ende neuer Textproduktion. Neben den täglichen Lesungen unter dem Titel "#MyHomeIsMyBurgtheater" und dem Streamen alter Produktionen, startet man am Donnerstag (30. April) eine neue Monologreihe unter dem Titel "Wiener Stimmung". Für dieses Uraufführungsformat haben renommierte Autoren des Landes wie Paulus Hochgatterer, Doris Knecht, Thomas Köck, Barbi Markovic, David Schalko, Marlene Streeruwitz oder Daniel Wisser für das in Insolation befindliche Ensemble des Hauses kurze Solotexte geschrieben. Diese werden sukzessive jeden Donnerstag und Samstag um 18 Uhr veröffentlicht. Den Auftakt macht dabei Norman Hacker, der Franzobels "Die Säuberung" interpretiert. Am Sonntag (2. Mai) folgt Sarah Viktoria Frick mit dem Text "Klare Kante" von Kathrin Röggla, bevor die Reihe am 7. Mai mit Elma Stefania Augustdottir und "Apfelstrudel" von Mikael Torfason weitergeht, wobei der in Wien lebende Isländer auch die beiden Töchter der Schauspielerin in den Text mit einbezieht. Am Ende soll ein vielstimmiges Mosaik der Bundeshauptstadt in Ausnahmezeiten entstehen. (www.burgtheater.at)

Weltweit begangen, zuhause gefeiert: Ö1 mit Schwerpunkt zum International Jazz Day

Am 30. April wird alljährlich der International Jazz Day der UNESCO begangen. Was üblicherweise mit einer Reihe an Liveveranstaltungen rund um den Globus einhergeht, wandert angesichts der Coronakrise in den virtuellen Raum. Für Freunde der gepflegten Improvisation stellt sich auch Ö1 in den Dienst des Jazz und veranstaltet einen eigenen "Ö1 Jazztag". Auf dem Programm stehen dabei u.a. "Monks Casino - Jazzstandards im Realisations-/Interpretationsvergleich" (in "Ausgewählt" um 10.05 Uhr), Luisa Imordes CD "Moon Rainbow" (in "Des Cis" um 11.30 Uhr) oder eine Diskussion über die "Faszination Improvisation" (in "Punkt eins" um 13 Uhr). Eine Übersicht über das Angebot ist unter https://oe1.orf.at/jazztag abrufbar.

Kunst zum Anrufen von Helmuts Art Club

Kunst kann man jetzt anrufen. Wählt man die Nummer 0900/577555, muss man mit allem rechnen. Für 3,64 Euro pro Minute wird man vielleicht beschimpft, bekommt einen Auftrag zu einer Performance oder darf einen Diskurs über Kunst über sich ergehen lassen. Am anderen Ende der Leitung sitzen nämlich Künstler, und was am Hörer passiert, liegt in deren Hand. Die Anrufausstellung "On-Line. Kunst hebt ab" der Galerie Helmuts Art Club startet am Donnerstag (30. April) um Mitternacht mit Rade Petrasevic, der dann eine Woche lang rund um die Uhr erreichbar sein wird. Welche acht weiteren Künstler bis zum Last Call am 1. Juli jeweils für eine Woche den Hörer abheben, wird auf www.helmutshotline.com veröffentlicht.

Jelinek im Stream aus Leipzig auch für blinde Menschen

Wie die meisten Theater, bietet in Coronazeiten auch das Schauspiel Leipzig einen Teil seiner alten Arbeiten im Stream an. Am Donnerstag (30. April) ab 14 Uhr wird nun für 24 Stunden Elfriede Jelineks Aischylos-Paraphrase "Die Schutzflehenden / Die Schutzbefohlenen" gezeigt - mit Audiodeskription für blinde Menschen. Anders als in Leipzig sonst einmal im Monat üblich, wird bei der 2015 erstmals gezeigten Inszenierung von Intendant Enrico Lübbe der Deskriptionstext nicht live eingelesen, sondern als Tonspur vorproduziert. (www.schauspiel-leipzig.de)

Netrebkos Ehemann im Gespräch mit Stars

Yusif Eyvazov, Ehemann von Publikumsliebling Anna Netrebko und selbst als Tenor erfolgreich, plaudert in der coronabedingten Dürrezeit für Sänger aus seinem Wiener Domizil mit anderen Betroffenen auf seinem Instagram-Kanal. Unter dem Titel "Im Gespräch mit den Stars" spricht der 42-Jährige jeweils mittwochs und samstags mit Kollegen über Gott, die Welt und die Zunft. Den Auftakt am 22. April markierten der Maestro Valery Gergiev und der Geiger Maxim Vengerov. Um 16 Uhr folgt heute der russische Pianist Denis Matsuev. In den nächsten Wochen sind dann weitere Größen wie Placido Domingo angekündigt, wobei die User via Chat Fragen einwerfen können. (@yusif_eyvazov_official)