Das Wochenende naht und damit auch der Wunsch nach guter Unterhaltung: Aus unserer Netzkultur-Reihe nun eine kleine Auswahl an Möglichkeiten für den Kulturgenuss zuhause.

Die bunte Mischung macht's: Online-Radio "Sounderbar" unterstützt heimische Musiker

Musik als "Medizin für die Seele" will der gemeinnützige Verein "Kunstleiter" in den Tagen der Coronakrise anbieten. Möglich macht es das Online-Radio "Sounderbar", das Mitte April gegründet wurde. Interessierte Musiker können bis zu zwei Songs einreichen, die dann in die Playlist aufgenommen werden. Voraussetzung dafür ist der Rechtebesitz am Werk sowie eine professionelle Aufnahme - ob Studio oder Live ist allerdings egal. Aktuell umfasst das Angebot mehr als 100 Künstler und knapp doppelt so viele Lieder, womit man auf mehr als zwölf Stunden Musik aus Österreich kommt. Die Bandbreite reicht dabei vom Dialektsong bis zum klassischen Radiopop. Zur Unterstützung der Musiker werden Spenden gesammelt, von denen 60 Prozent direkt ausgeschüttet werden und der restliche Betrag in die Instandhaltung und Weiterentwicklung des Angebots gesteckt wird. Abrufbar ist der Sender unter https://sounderbar.at.

"Nichts von mir": Koleznik-Inszenierung am Berliner Ensemble

Als choreografierte Sprechoper inszenierte 2017 die slowenische Regisseurin Mateja Koleznik das diffizile Beziehungsstück "Nichts von mir" des Norwegers Arne Lygre zur Eröffnung des Kleinen Hauses am Berliner Ensemble. Ein Leben, aufgefächert auf sieben verschiedenen Zeitebenen, wird maximal ausgebreitet und zugleich auf die Grundfragen minimiert: Warum leben wir und wie lange? Wieviel halten wir aus und wofür? Es spielen Judith Engel, Gerrit Jansen, Corinna Kirchhoff, Anne Ratte-Polle, Owen Peter Read und Martin Rentzsch. Ab heute, Donnerstag, 18 Uhr, steht die Aufzeichnung der Aufführung als Stream eine Woche lang on demand auf der Website des Berliner Ensembles zur Verfügung. (https://www.berliner-ensemble.de/be-on-demand)

Gedenkkonzerte zu 75 Jahre Kriegsende

Das seit 2012 zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai begangene Konzert am Heldenplatz wird heute ab 18 Uhr nur im Livestream auf www.festderfreude.at sowie in einer TV-Übertragung auf ORF III stattfinden. Highlight wird die Rede der Zeitzeugin Erika Kosnar sein. Alexander Liebreich dirigiert die Wiener Symphoniker. Auch in Berlin wird musikalisch des Kriegsendes vor 75 Jahren gedacht. Die Staatskapelle Berlin musiziert unter der Leitung ihres Generalmusikdirektors Daniel Barenboim in der leeren Staatsoper Unter den Linden. Gespielt werden Mozarts "Kleine Nachtmusik" und Wagners "Siegfried-Idyll" in erweiterter kammermusikalischer Besetzung. Das Konzert wird von 3Sat um 21.45 Uhr live im Fernsehprogramm und im Live-Stream auf www.3sat.de, www.staatsoper-berlin.de, www.staatskapelle-berlin.de gezeigt. Das Konzert soll Auftakt einer Reihe von Konzert-Streams sein, die jeweils freitags um 19 Uhr aus der Staatsoper Unter den Linden auf der Website gezeigt werden.

Muttertags-Vorfeier im Rabenhof

Bei der W24-Sendereihe "Abgesagt? Angesagt!" aus dem Wiener Rabenhof lädt man am Samstag (9. Mai, 20.30 Uhr) zur Muttertags-Ausgabe: Ruth Brauer-Kvam und Kyrre Kvam präsentieren ein punkiges Operetten-Special, Autorin Vea Kaiser liest Geschichten für die beste aller Familienmitglieder. Angekündigt sind außerdem die Singer-Songwriterin Clara Luzia, der Kolumnist Rainer Nikowitz, der Performer Simon Mayer und die Bratschistin und Sängerin Jelena Poprzan.

Mavie Hörbiger in der "Wiener Stimmung" des Burgtheaters

Mit "Ilvy" von David Schalko geht morgen, Samstag, die Ende April gestartete Uraufführungsreihe "Wiener Stimmung" des Burgtheaters mit Monologen für das Ensemble weiter. Um 18 Uhr geht auf der Website (www.burgtheater.at) bzw. dem YouTube-Kanal des Burgtheaters Mavie Hörbigers Interpretation online. "Ilvys Literaturzirkel erfreut sich während des Corona-bedingten Cocoonings größter Beliebtheit", heißt es vorab zum Inhalt. "Das ist aber nur einer der Gründe, weswegen die Bloggerin das nahende Ende des Zauberbergfeelings bedauert. Die Quarantäne hat in ihrem Liebesleben zu endgültigen Entscheidungen geführt - und deren Ende erfordert nun drastische Maßnahmen."