Als erster aus der Kulturszene hatte bereits am Montagnachmittag Gerhard Ruiss, Geschäftsführer der IG Autorinnen Autoren, die Bestellung von Andrea Mayer als Kunst- und Kulturstaatssekretärin "eine nicht nur unter den derzeitigen Umständen beste Wahl" genannt. Und auch Volksoperndirektor Robert Meyer zollte seiner phonetischen Namensvetterin gegenüber der APA hohen Respekt.

Mayer (vormals Ecker) bringe laut Ruiss "jede Erfahrung und alle fachlichen Voraussetzungen mit, um als Kunst- und Kulturstaatssekretärin die Anliegen und Probleme der Kunst- und Kulturszene zu verstehen und zur Sprache zu bringen. Sie ist keine Verlegenheitslösung, sie ist die erfahrene Kulturpolitikerin, die jetzt gebraucht wird. Mehr noch, sie ist eine langjährige Intimkennerin des Kunst- und Kulturgeschehens und mit der Kunst- und Kulturszene auf Du und Du", so Ruiss.

Zu fürchten sei demnach nicht, "Andrea Mayer könnte inhaltlich an ihrer Aufgabe scheitern, zu fürchten ist, dass auch sie nichts oder nicht genügend gegen die Konstruktion der Vertretung der Kunst- und Kulturangelegenheiten in der Regierung ausrichtet", schließlich habe sie als Staatssekretärin keinen Sitz und keine Stimme im Ministerrat und werde sich "von Anfang an gegen Partei- und Koalitionsdisziplin behaupten müssen".

"Ich schätze Frau Mayer als eine sehr ruhige, kompetente Person", streute auch Volksoperndirektor Robert Meyer der frisch Gekürten im APA-Gespräch Rosen: "Sie hat große Erfahrungen gesammelt über viele Jahre hinweg. Sie ist in der Kulturlandschaft kein unbeschriebenes Blatt, was schon mal etwas Positives ist. Und ich kann mir vorstellen, dass sie aufgrund ihrer Erfahrung mit einer viel größeren Ruhe an die Sache herangeht und auch den Mut hat, sich mit den Künstlern zu treffen."

Wichtig sei nun, dass Andrea Mayer als Staatssekretärin alle Beteiligten zu realen Gesprächen versammle. "Das ist wichtig, damit wir wirklich artikulieren können, was wir brauchen", so der Opernchef: "Die wichtigste Frage ist: Können wir proben? Wenn wir hier den Sanktus von der Politik bekommen, werden wir die Spielzeit auch am 1. September starten können."

Föttinger: "Immer kulturaffin"

"Andrea Mayer kennt die österreichische Kunst- und Kulturlandschaft in- und auswendig. Sie hat eine hohe Affinität zu diesem Genre und ist bestens vernetzt." So lautet das erste Statement der Generaldirektorin der Nationalbibliothek, Johanna Rachinger, über die künftige neue Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer.

"Darüber hinaus besitzt sie Durchsetzungskraft und auch die nötige Härte, die beide notwendig sein werden, um das Beste für Kunst und Kultur zu erreichen", so Rachinger, die derzeit auch Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Bundesmuseen ist, am Montagabend.

Auch Sabine Haag, Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums, zeigt sich angetan von Mayers Bestellung:  "Ich glaube, Frau Mayer verkörpert wie derzeit kaum jemand sonst eine intime Kenntnis der Kunst- und Kulturlandschaft in Österreich", zollte Sabine Haag als Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museum ihren Respekt. Das bringe einen unschätzbaren Vorteil mit sich, unterstrich die KHM-Chefin im APA-Gespräch: "Sie kann sofort loslegen."

Der Dachverband der Filmschaffenden begrüßt ebenfalls die Bestellung von Andrea Mayer als Kulturstaatssekretärin. "Sie kennt die Branche aus ihrer früheren Tätigkeit im Ministerium sehr gut und war immer eine wichtige Ansprechpartnerin und hilfreiche Partnerin in allen Fragen", so Fabian Eder, Vorsitzender des Dachverbands der österreichischen Filmschaffenden, in einem Statement gegenüber der APA.

Bundespräsident begrüßt Entscheidung

Zu erwartende positive Reaktionen auf die Bestellung von Andrea Mayer zur Kulturstaatssekretärin kommen nicht nur von den Grünen, sondern auch von Mayers Gerade-noch-Arbeitgeber, Bundespräsident Alexander Van der Bellen, bei dem sie heute ihren letzten Arbeitstag als Kabinettsdirektorin absolviert.

"Andrea Mayer ist eine ausgewiesene und hervorragend vernetzte Expertin für Kunst und Kultur", so der Bundespräsident in einer Aussendung. "Sie bringt mit ihrer Leidenschaft für diesen Bereich, mit ihrer Kenntnis der staatlichen Verwaltung und ihrer Vertrautheit mit politischen Abläufen die besten Voraussetzungen für die Aufgabe als Staatssekretärin für Kunst und Kultur mit." Er lasse sie nur ungern ziehen, "aber Kunst und Kultur erhalten eine kompetente Krisenmanagerin".

Für die Kultursprecherin der Grünen und Obfrau im Kulturausschuss, Eva Blimlinger, ist Mayer eine "Idealbesetzung": "Mayer ist aus ganz vielen Gründen die Beste für diesen Job. Sie ist äußerst kompetent, bestens vernetzt und kennt die Eigenheiten der Branche wie kaum eine andere."

Bereits im Vorfeld hatten Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger ("Sie war immer kulturaffin. Sie kennt sich aus.") und Albertina-Generaldirektor Klaus Albrecht Schröder ("hervorragend qualifiziert") große Sympathie für die Bestellung Mayers erkennen lassen. (apa/kle)