Einen Ausblick auf die neuen Erleichterungen und Möglichkeiten im Kulturleben nach dem 29. Mai gaben am Montag Gesundheitsminister Rudolf Anschober und die neue Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer.

Mit den Worten "Es geht nun groß los im Kulturbereich", eröffnete Anschober die Pressekonferenz. Im Kulturbereich gibt es so wie in allen anderen Bereichen große Vorgaben an Sicherheitsmaßnahmen. Alle Etappen sind unter dem Vorbehalt zu sehen, dass die Entwicklung weiterhin eine positive ist, so Anschober.

Zugewiesene Sitzplätze notwendig

Veranstaltungen mit 100 Personen  dürfen ausschließlich im Sitzen erfolgen, dies sei wichtig für eine klare Struktur Der Grundsatz – mit bestimmten Ausnahmen lautet – Mindestabstand und Mund-Nasen-Schutz und Covid-Präventionskonzept ab 100 Teilnehmern sind einzuhalten. 

"Alleine, dass wir öffnen können ist ein Erfolg", so Mayer. "Ein Meter Abstand gilt als Grundregel. Zu dieser Grundregel wird es im Veranstaltungsbereich einige Ausnahmen geben. Ausnahmen, die Sicherheit bieten, aber kulturelle Veranstaltungen möglich machen. "Entweder ein Meter oder ein Sitzplatz muss seitlich frei bleiben – also ein Schachbrettmuster ist damit eindeutig möglich. Wir haben uns darauf verständigen können, dass Menschen die im gemeinsamen Haushalt leben und bis zu vier Personen zusammensitzen können – analog zur Regelungen der Gastronomie – dort dürfen ja auch vier Erwachsene an einem Tisch sitzen - es werden daher auch Pausen und ein Pausenbereich ermöglicht, so Mayer. Wird trotz der neuen Maßnahmen der Abstand von einem Meter Abstand unterschritten, dann ist ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen. 

"Bei einem klassischen Konzert mit 50 Personen im Orchester, würde eine Veranstaltung mit 100 Menschen keinen Sinn machen, die Zahlen beziehen sich daher rein auf die Besucher. Die Zahlen stellen nur auf das Publikum ab", so Mayer.

Der Zeitplan

"Ab 29. Mai sind Veranstaltungen mit 100 Personen im Publikum zugelassen, ab 1. Juli bis zu 250 Personen und ab 1. August mit 500 Personen beziehungsweise bis zu 1000 Personen mit einer speziellen Genehmigung.  Für Outdoor-Veranstaltungen ab 29. Mai gilt die 100 Personen-Grenze, aber bereits ab 1. Juli sind Veranstaltungen mit 500 und ab 1. August ab 750 beziehungsweise mit Sondergenehmigungen bis zu 1250 Personen im Publikum möglich. Aber nur mit zugewiesen fixen Plätzen. Ohne fixe, zugewiesene Plätze gilt eine Abstandsregel von einem Meter uneingeschränkt und nur bis 100 Personen. "

Bei der in der Branche heiß diskutierten Frage, unter welchen Rahmenbedingungen in den kommenden Wochen Proben möglich sind, setzt man indes stark auf die Eigenverantwortung der jeweiligen Institutionen, die entsprechende Vorsicht walten lassen sollten. Klar ist jedenfalls, dass auch auf der Bühne die Abstandsregel gegebenenfalls nicht gelten muss. "Wenn es die berufliche Tätigkeit erfordert - und das wird auf der Bühne so sein -, ist von dem einen Meter Abstand abzusehen", so Mayer. Diese Orientierung in Richtung Eigenverantwortung solle dann auch bei Filmdrehs gelten.

Mit der jetzigen Verordnung regelt man die Bedingungen für die nächsten drei Monate. Die Frage für die Institutionen ist mithin, wie die Lage mit Saisonbeginn im September aussieht. Hier wolle die Regierung Mitte Juni nach einer umfassenden Evaluierung eine "erste Abschätzung in Richtung Herbst" geben, kündigte Anschober an. Zu konstatieren bleibe dabei aber immer: "Das Virus ist schwer planbar."

Noch nichts Genaues war am Montag ebenfalls zur Frage der Verlustabdeckungen für die einzelnen Betriebe zu hören. "Wir werden das evaluieren und schauen, wie die Häuser finanziell dastehen", verwies Mayer auf die kommenden Wochen.

Die neuen Maßnahmen gelten bis Ende August. Somit wird eine weitere Erleichterung ab September in Aussicht gestellt. "Es ist noch nicht der Kulturbetrieb den wir kennen und lieben, aber es ist der bestmögliche Kompromiss", so Mayer am Ende der Pressekonferenz.