Es wird immer noch dauern, bis man in Vorcorona-Dimensionen denken kann, aber Nichtsdestotrotz gibt es ab Freitag deutliche Erleichterungen für die Kulturbranche. Und dennoch werden zahlreiche Streaming-Angebote noch etwas länger fortgesetzt. Hier der Überblick in unserer Netzkultur. 

#MyHomeIsMyBurgtheater: Fortsetzung mit der Märchen-Edition

Nach zahlreichen von der Aktion #MyHomeIsMyBurgtheater begleiteten Wochen ist das Burgtheater für den einen oder anderen tatsächlich fixer Bestandteil des eigenen Zuhauses geworden. Und da man auch zu Hause manchmal die Möbel umstellt, kann man sich nun auch auf eine kleine Änderung des Formats freuen: Gab es bisher von Ensemblemitgliedern vorgetragene Geschichten und Texte, die sie schon einmal "gerettet" haben, folgt nun die Märchenwelt. Von 29. Mai bis 27. Juni werden Schauspielerinnen und Schauspieler des Burgtheaterensembles täglich um 11 Uhr Märchen und Fabeln aus aller Welt und Sagen aus Österreich lesen, zusätzlich geht täglich um 17 Uhr jeweils ein Text eines Märchens zum Vor- oder Selberlesen online. Den Anfang macht am Freitag und Samstag Regina Fritsch mit "Hans im Glück", am Sonntag folgt Wolfram Rupperti mit "Dornröschen" (www.burgtheater.at)

Online-Schau der Kunsthalle Exnergasse

"Leaning on the past, working for the future" nennt sich die neue Ausstellung der Kunsthalle Exnergasse, die von 4. Juni bis zum 17. Juli ausschließlich online zu besuchen ist. Statt einer analog erfahrbaren Ausstellung werden dem Publikum Arbeiten von Künstlern in verschiedenen, webbasierten Formaten zur Verfügung gestellt. Darunter finden sich unter anderem Kurzfilme, Essays, Gedichte, Bildstrecken, eine Instagram-Intervention und eigens entwickelte Webanwendungen. Thema sind gegenwärtige rechtsextreme populistische Strömungen in Ungarn und anderen osteuropäischen Ländern, "die nicht nur die politische Topografie der Region, sondern auch demokratische Systeme auf der ganzen Welt überschwemmen", wie es in der Ankündigung heißt. Die Werke stammen von u.a. János Brückner, Mark Fridvalszki, Szabolcs KissPál oder Márió Z. Nemes (https://www.wuk.at/en/events/2019/leaning-on-the-past-working-for-t he-future/)

"Gurre-Lieder" aus Schönbergs Schallplattensammlung

Eine Premiere gibt es am heutigen Donnerstag, wenn ab 19.30 Uhr Auszüge aus einem Konzert aus dem Jahr 1932 erstmals online erklingen: Damals dirigierte Leopold Stokowski im Metropolitan Opera House in Philadelphia Arnold Schönbergs "Gurre-Lieder" als amerikanische Erstaufführung. Das Konzert wurde auf insgesamt 14 Schallplatten mit einer Dauer von etwa 4 Minuten je Seite mitgeschnitten. Das Arnold Schönberg Center streamt diese historischen Auszüge nun live auf YouTube und Facebook (https://www.facebook.com/arnoldschoenbergcenter/live/ bzw. https://www.youtube.com/watch?v=6bbvXqSMpL8)

90 und 70 Jahre alt: Otto Schenk und Klaus Eberhartinger bei "Stöckl."

In einer Spezialausgabe ihres ORF-Nighttalks "Stöckl." spricht Barbara Stöckl heute, Donnerstag, um 23.05 Uhr in ORF 2 mit zwei Geburtstagskindern: Otto Schenk und Klaus Eberhartinger. Der eine wird 90, der andere 70. "Ein ebenso lebenskluges wie humorvolles Gespräch zweier Publikumslieblinge, die sich neben all ihrer Altersweisheit auch eine jugendliche Leichtigkeit bewahrt haben", heißt es in der Ankündigung. Unmittelbar nach der Sendung ist Schenk gemeinsam mit Peter Weck um 0.05 Uhr in "Ein Schutzengel auf Reisen" aus dem Jahr 1997 zu sehen.