Rund 14 Monate nach dem verheerenden Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame haben die Arbeiten zur Absicherung des Gewölbes begonnen. Arbeiter bereiteten am Montag die Demontage eines tonnenschweren Eisengerüsts vor, das bei dem Brand teilweise geschmolzen war. Durch die Coronavirus-Pandemie waren die Arbeiten rund sechs Wochen lang zum Stillstand gekommen.

Die öffentliche Gesellschaft, die mit der Restaurierung der mehr als 850 Jahre alten Kathedrale beauftragt ist, spricht von einer höchst komplizierten Demontage. Sie soll den ganzen Sommer über andauern. Chefarchitekt Philippe Villeneuve hatte immer wieder vor einem möglichen Einsturz des Gewölbes gewarnt.

Die Eisenkonstruktion ist 200 Tonnen schwer und besteht aus rund 40.000 Teilen. Die Arbeiten finden größtenteils auf 40 Metern Höhe statt. Das Gerüst war vor dem Brand für Restaurierungsarbeiten am Spitzturm von Notre-Dame angebracht worden. Der Turm sowie weite Teile des Dachs der Kathedrale stürzten bei dem Feuer jedoch ein.

Der Beginn des Wiederaufbaus der Kathedrale ist erst ab dem kommenden Jahr geplant. Wegen der Corona-Pandemie waren die Bauarbeiten an dem Gotteshaus Mitte März ausgesetzt worden, Ende April wurden sie fortgesetzt. Seit Ende Mai ist auch der Vorplatz der Kathedrale erstmals wieder für die Öffentlichkeit frei betretbar.

Das Feuer im Dachstuhl von Notre-Dame war am Abend des 15. April 2019 ausgebrochen. Als mögliche Ursache gelten ein Kurzschluss oder eine achtlos weggeworfene Zigarette.