Will man sich mit der neuen Onlinesammlung des Wien Museums beschäftigen, nimmt man am besten ein bisschen Zeit mit. Oder auch ein bisschen mehr. Am Donnerstag wurde das Open-Data-Projekt präsentiert, mehr als 47.000 Objekte aus der Sammlung des Wien Museums, die sonst nur im Depot lagern, kann man sich nun online nicht nur ansehen, man kann sie auch für wissenschaftliche Arbeiten oder journalistische Zwecke downloaden und verwenden - aber auch einfach privat. Damit hat man nicht nur Zugriff auf die (quantitativ) größte Gustav-Klimt-Sammlung der Welt, sondern auch auf Dokumente der Stadtgeschichte und so manche Kuriosität.

Man kann eine direkte Suche machen und diese auch gleich eingrenzen auf gratis verwendbare Bilder. Man kann aber auch einen virtuellen "ziellosen" Besuch in der Sammlung machen und da kann es schon einmal passieren, dass man sich ein wenig verliert. Klickt man in den reichlichen Vorschlägen etwa auf "Totenmasken", kommen 65 Resultate, darunter die originalen Masken von Paula Preradovic und Karl Kraus und Kopien jener von Friedrich Schiller und Franz Grillparzer. Nimmt man sich den Vorschlag "Damenschuhe" vor, landet man bei über 1.000 Einträgen - vom spitzen grünen "Pump" aus dem 18. Jahrhundert bis zu roten DocMartens aus 2001. Das Ganze kann man noch unter anderem mit "Revolution 1848" oder "Hinrichtungen" oder "Hans Makart" machen. Wer es lieber geordneter mag, für den eignen sich die "Alben": Hier haben Kuratoren des Wien Museums Bilder und Objekte zu virtuellen Mini-Ausstellungen zusammengestellt, etwa eine Bilderstrecke des Fotografen Klaus Pichler vom Donaupark aus den Jahren 2013/14 oder Otto Schmidts Fotografien von "Wiener Typen" von 1873 bis ’78. "Besonders bei dreidimensionalen und kleinen Objekten kommt man diesen durch heranzoomen so nahe, wie es sonst beim Ausstellungsbesuch nicht möglich ist", erklärt Projektleiterin Evi Scheller.

Als Vorläufer und Ergänzung der Sammlung wird bereits seit einem Jahr das Wien Museum Magazin nach dem Vorbild der Blogs von US-Museen publiziert. Die digitale Sammlung selbst soll immer weiter wachsen.