Das Landestheater Niederösterreich bietet auch im zweiten Lockdown Streams seinen Produktionen an. Den Auftakt macht am (morgigen) Freitag unter dem Hashtag "wirkommenwieder" Nikolaus Habjans Inszenierung von Elfriede Jelineks Trump-Rundumschlag "Am Königsweg", teilte das Theater in einer Aussendung mit. Auch die mit Nestroy-Preisen ausgezeichneten Produktionen "Hamlet" und "Die Nibelungen" in der Regie von Rikki Henry bzw. Mathias Spaan können von zuhause verfolgt werden.

Auf den virtuellen Kanälen werden zudem Werkstattgespräche und Blicke hinter die Kulissen geboten. "Aktuell wird an einer digitalen Version des 'Stadtspaziergangs' zum jüdischen Leben in St. Pölten und an der Erstellung eines Theaterfilms über Tim Breyvogels Soloperformance 'Steilwand' von Simon Stephens gearbeitet", berichtete das Theater. Auch ein Probenbesuch von Alexander Charims Inszenierung von Schillers "Kabale und Liebe" steht auf dem Programm. Für Schulen sind zudem Sonderformate mit Onlineworkshops geplant. Die spielfreie Zeit wird also nicht nur für Proben genutzt.


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Digitales Programm des Belvedere, auf YouTube, auf Facebook  und auf Instagram
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Theater der Jugend streamt "Wunderkinder"

Mit einem länderübergreifenden digitalen Kunstprojekt meldet sich das Wiener Theater der Jugend aus dem Lockdown: Während der durch die aktuellen Corona-Maßnahmen spielfreien Zeit bietet das Haus den eigens produzierten Film "Wunderkinder - Bambini Prodigio" zum Stream an. Die "historische Fantasie" begleitet Mozart auf seiner Reise nach Florenz, wo er auf Thomas Linley trifft.

Der Streifen entstand in Kooperation zwischen dem Theater der Jugend, der Galleria dell'Accademia di Firenze, der Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz und dem Staatsorchester Braunschweig. Die vier Institutionen beschlossen laut Aussendung bereits im Frühjahr dieses Jahres, sich im Rahmen eines Onlineprojekts zu vernetzen. Die so entstandene "historisch-filmische Fantasie" soll "der Internationalität von Kunst und Kultur im Lauf der Jahrhunderte" nachspüren.

"Keiner verkörpert die Idee eines europäischen Künstlers so sehr wie Wolfgang Amadeus Mozart, dessen legendäre Reisetätigkeit ihn bereits vor 250 Jahren quer durch Europa führte", heißt es im Pressetext. In Italien, dem damaligen Zentrum der Musikwelt, traf er 1770 als 14-Jähriger auf ein anderes "Wunderkind", den gleichaltrigen Geigenvirtuosen Thomas Linley aus Bath in England. Ort der Handlung ist Florenz, wo die beiden Talente gemeinsam mit dem italienischen Mädchen Zerlina der monumentalen David-Statue des Michelangelo begegnen.

Inhaltlich konzipiert und filmisch umgesetzt wurde das Projekt vom Theater der Jugend, dessen Ensemble in den semidokumentarischen Szenen in deutscher und italienischer Sprache auf der Bühne des Renaissancetheaters agiert. Für den Film spielte das Staatsorchester Braunschweig unter dem Dirigat von Alexis Agrafiotis Kompositionen von Mozart und Linley eigens ein. Das Bildmaterial, das von der Galleria dell'Accademia di Firenze zur Verfügung gestellt wurde, biete "ungewohnte Perspektiven auf die weltberühmte David-Statue sowie tiefe Einblicke in die umfassende Sammlung, die auch Musikinstrumente aus dem 17. und 19. Jahrhundert umfasst". Die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz fungierte als Mitinitiator und Knotenpunkt zwischen den Institutionen.

Transition-Filmfestival startet Onlineausgabe

Auch das Wiener Transition Festival, das dem queeren Filmschaffen gewidmet ist, gehört zu den Betroffenen des aktuellen Corona-Lockdowns. Die physische Ausgabe 2020 fiel wie manch anderes den geschlossenen Kinos zum Opfer. Nun hat Festivalgründer Yavuz Kurtulmus kurzerhand eine Onlineausgabe ins Leben gerufen, die bis 22. November zehn Langfilme auf der Plattform Kino Vod Club präsentiert.

Für 4,90 Euro pro Werk werden Lebenswelten queerer Menschen in den Fokus gerückt - vom Dokumentarfilm "March for Dignity", bei dem Regisseur John Eames die LGBTIQ-Bewegung in Georgien porträtiert, bis zu Starr Wus Drama "The Story of the Stone", mit dem der Regisseur die Schwulenszene Taipehs ins Zentrum stellt. Gemeinsam ist allen Werken, dass sie im Rahmen von Transition ihre Österreichpremiere feiern.

Belvedere bietet tägliche Online-Führung

Einige Übung im digitalen Programm während des Lockdowns hat mittlerweile das Belvedere: Seit dem 8. November bietet das Museum jeweils um 15 Uhr virtuelle Führungen durch seine Sammlung, mit denen man bereits rund 180.000 Zuseher - und somit doppelt so viele wie während des ersten Lockdowns im Frühjahr - erreicht hat. Dabei sein kann man sowohl über YouTube als auch auf Instagram oder Facebook.

So stellt etwa der Kunstvermittler Markus Hübl jeweils ein besonderes Werk der Sammlung in einem kurzen Video vor, zuletzt etwa Johann Michael Rottmayrs "Die Opferung Iphigeniens" oder "Die Ernte" von Broncia Koller-Pinell. Neu im Programm sind Dialoge über unterschiedliche Perspektiven ("Blickwechsel"), virtuelle Reisen zu Kunstwerken aus ganz Österreich, persönliche Einblicke in die Lieblingsbilder von Kuratorinnen und Kuratoren ("Curator's Favourite") sowie Reflexionen gesellschaftlicher Themen über die Epochen hinweg ("Same same but different"). Alle bisherigen Videos können auf den jeweiligen Plattformen auch im Nachhinein abgerufen werden.

Darüber hinaus gibt es auch Sonderformate: Anlässlich von "Queertactics. Queer_feministisches Filmfestival Wien 2020" werden etwa Panel-Diskussionen übertragen. So steht am morgigen Donnerstag (19. November) die Diskussion "Geschichte und Gegenwart von Queer Film Festivals in Wien" auf dem Programm, am 26. November folgt "Queer Film Festivals Nachhaltig. Festivals als Impulsgeber für Archive und Sammlungen".