"Damenspitz", das ist das Duo Saskia Fanta und Andrea Schlor. Saskia Fanta ist Musikerin und von Lona Chernel und Elfriede Ott ausgebildete Schauspielerin. Auch Andrea Schlor ist Musikerin, sie hat ihren Schauspielunterricht bei Erika Mottl absolviert. Das Duo "Damenspitz" haben die beiden im Jahr 2012 gegründet, seit 2019 arbeiten sie mit dem Schriftsteller und Kabarettisten Gerhard Blaboll zusammen.

Die nun erschienene CD "Die Straße meines Lebens" ist rühmenswert. Die Lieder haben oft glänzende Texte von Blaboll, Schlors Musik positioniert die Stücke zwischen Kabarettsong und Chanson.

Ganz Kabarett ist etwa eine Beobachtung zum Überfluss an Demonstrationen in Wien: "Ach, wie ist das Leben herrlich! / Es gibt viel zu kommentier’n, / und ich find‘ es nicht beschwerlich / jeden Tag zu demonstrier’n", heißt es in "Demonstritis" und: "Deshalb geh ich täglich irgendwo zu einer Demo hin, / weil ich ohne Vorbehalt für jede Demo bin."  Und wer jemals in Eile eine Bahn-Fahrkarte beim ÖBB-Automaten kaufen musste, wird zu "Der Fahrscheinautomat" beifällig nicken.

Anderes ist tiefgründiges Chanson: "Mein Liebling, verzeih! / Streit ist niemals einerlei", heißt es etwa in "Mein Liebling, verzeih!" oder "Gib mir mehr / lass Dich durch und durch berühr’n! / Ich begehr Dich so sehr, / ich will noch mehr von Dir spür’n" in "Gib mir mehr!".

Heile Welt? - Mitnichten! Damenspitz besingt die Risse und Brüche der Gegenwart.
Heile Welt? - Mitnichten! Damenspitz besingt die Risse und Brüche der Gegenwart.

"Frühling 2020" lässt den Atem stocken: "Es war im milden Frühling zwanzighundertzwanzig / da wurd‘ die ganze Welt am falschen Fuß erwischt / denn bis zu diesem Frühling zwanzighundertzwanzig / hat noch die Menschheit unser Kartenspiel gemischt."

Die Musik zu diesen Texten: Feinfühlig, witzig, sehr oft unmittelbar eingängig. Und wie Damenspitz die Nummern präsentiert, ist sowieso fabelhaft. Wer ein Ohr für wienerisch eingefärbte Chansons hat, kommt auf seine Rechnung!