Große Kulturveranstalter Österreichs haben nach einem virtuellen Treffen mit Vizekanzler Werner Kogler und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer diese Woche ein Positionspapier zur Wiedereröffnung ihrer Häuser präsentiert. Auf der Basis eines Konsenses über die Dimension der Pandemie und der Komplexität der Wiederherstellung eines lebendigen, kulturellen Lebens suchen die zeichnenden Personen nach Wegen, die Kulturbetriebe sowohl künstlerisch als auch betriebswirtschaftlich verantwortungsvoll durch die kommenden Monate zu führen. Dabei soll die bereits bestehende Verunsicherung der Besucherinnen und Besucher sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelöst und abgebaut werden.

Zu den Unterzeichnenden zählen die Intendanten und kaufmännischen Geschäftdführer von Wiener Staatsoper, Salzburger Festspiele, Bregenzer Festspiele, Vorarlberger Kulturhäuser Betriebsgesellschaft, Theater in der Josefstadt, Theater an der Wien, Vorarlberger Landestheater, Bundestheater Holding, Landestheater Linz, Burgtheater und viele mehr.

Ihnen zufolge würde eine Kombination aus bewährten Sicherheitskonzepten, einer konsequenten Maskenpflicht für das Publikum und den besonders leistungsfähigen technischen Einrichtungen für eine erhöhte Frischluftzufuhr Besucher konsequent vor schädlichen gesundheitlichen Folgen von Vorstellungen schützen. "Eine Schlechterstellung gegenüber der
Gastronomie wäre – vor allem auch für die Bevölkerung – nicht
nachvollziehbar", heißt es in dem Positionspaper: "Eine  Studie des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts zeigt am Beispiel des Konzerthauses Dortmund, dass die Gefahr der Übertragung von Infektionen durch Aerosole unter den vorab beschriebenen Bedingungen nahezu ausgeschlossen werden kann."
Zudem zeigen sich die Unterzeichnenden überzeugt, dass das Tragen einer FFP2-Maske kombiniert Präventionskonzepten eine echte Alternative zum "Eintrittstesten" darstellen würde.

Die unter den großen Kulturbetrieben abgestimmten Präventions- und
Sicherheitskonzepte hätten sich im Sommer und Herbst 2020 als
qualitativ belastbarer Standard bewährt und dazu geführt, dass bei
über 500.000 Besucherinnen und Besuchern in den Häusern der
Unterzeichnenden "kein einziger Cluster entstanden ist".

Die Unterzeichnenden unterbreiten einen Stufenplan für die Wiedereröffnung der Kulturinstitutionen, der einen schrittweisen Neustart des kulturellen Lebens
ermöglichen soll. Maximale Zuschauerzahlen abhängig von der Größe der Spielstätte und eine prozentuale Beschränkung der Sitzplatzkapazität seien eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass das Spielplan wieder wiederaufgenommen werden kann. "Die intensive Probenphase vor einer Premiere bei szenischen Produktionen beträgt sechs Wochen. Daher ist der Planungshorizont von so großer Bedeutung", betonen die Kulturhäuser. Sie fordern einen vollen Ersatz für die durch die Verordnung
verursachten betriebswirtschaftlich negativen Folgen. (est)