Mehr als 100 britische Musiker aller Genres - von Ed Sheeran, über Sting, Roger Waters bis Simon Rattle - haben in einem offenen Brief  in der Tageszeitung "The Times" die Regulationen für Kulturschaffende nach dem Brexit kritisiert, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Die Musikkünstler sagen, dass Tourneen Gefahr liefen, abgesagt werden zu müssen.

Es sei "beschämend", so der Brief,  wie die Regierung ihre Versprechen gebrochen habe, mit der Europäischen Union ein Abkommen zu finden, das auch nach dem Brexit Aufführungen britischer Künstler ermöglicht.

"Dort, wo der Deal mit der EU die versprochene Reisefreiheit für Musiker enthalten sollte, klafft ein großes Loch. Jeder der in Europa auf Musik-Tournee ist, braucht jetzt teure Genehmigungen und muss einen Berg an Papierkram für die Ausrüstung bewältigen", heißt es in dem Brief.

Neue Barrieren für die Kunst

Durch den am 31. Dezember in Kraft getretenen Austritt Großbritanniens aus der EU können weder EU-Bürger noch britische Staatsbürger frei in den jeweiligen Gebieten reisen, arbeiten oder leben.

Britische Musiker können nach dem bisherigen Abkommen bis zu 90 Tage innerhalb von 180 Tagen ohne Visum in den EU-Staaten unterwegs sein. Für Deutschland und Spanien werden Arbeitsgenehmigungen benötigt.

Auch die neuen Transportbestimmungen sind eine Barriere: Nach zwei vollen LKW-Fahrten in die EU müssen britische LKW wieder nach Großbritannien zurückkehren. Die Vereinigung der britischen Orchester sagt, dass "normale" Tourneen damit unmöglich werden.

 

Auch Brexiteers unterzeichneten

Der Brief wurde von einhundert Künstlern unterzeichnet, darunter Bob Geldof Elton John, Joss Stone und Sheku Kanneh-Mason. Auch Roger Daltrey, Sänger von The Who, der laut Reuters als Brexiteer gilt, unterzeichnete den Brief.

Die Kritik richtet sich vor allem gegen die Kosten, speziell junge Künstler, die bereits unter den Folgen der Pandemie zu leiden hätten, würden unter den zusätzlichen Aufwendungen leiden, ihre Tourneen seien nicht durchführbar. (Apa, Reuters)