Im Nationalrat sind am Mittwoch die Fördertöpfe für von der Corona-Pandemie betroffene Künstler mit Unterstützung aller Fraktionen aufgestockt worden. Dem beim Künstler-Sozialversicherungsfonds eingerichteten Covid-19-Fonds werden nochmals 20 Millionen zur Verfügung gestellt, was einer Verdoppelung entspricht. Zudem wird der Überbrückungsfonds für selbstständige Künstler in Notlage um weitere 10 auf 120 Millionen aufgestockt.

Für Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) zeigten die Maßnahmen, "dass wir es sehr ernst meinen mit der Hilfe für den Kulturbereich". Beide Instrumente seien "wichtig" für das Überleben der Kunstszene. Damit könnten die schlimmsten Notlagen bekämpft werden, so Mayer, die versprach, dass die Hilfen "einfach und schnell" über die Bühne gehen sollen.

Unterstützung für die Aufstockung kam aus allen Fraktionen. "Wenn wir von einer Kunst- und Kulturnation sprechen, dann müssen wir auch entsprechend etwas dafür tun", so Neos-Mandatar Sepp Schellhorn. Die Kreativbranche würde zum Teil stärker leiden als die Gastronomie, hielt für die SPÖ Christian Dobrits fest. Daher gebe es grünes Licht für die Maßnahme, wiewohl Drobits einen Bürokratiedschungel bei den Künstlerhilfen ortet.

67,6 Millionen Euro Überbrückungsfinanzierung ausbezahlt

Im Zuge der Corona-Hilfen hat die Bundesregierung auch einen "Fonds für eine Überbrückungsfinanzierung für selbständige Künstlerinnen und Künstler" aufgelegt. Bis Jahresende 2020 wurden insgesamt 67,6 Millionen Euro ausbezahlt, was 75,1 Prozent des Gesamtrahmens von 90 Millionen Euro entspricht. Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht des Budgetdienstes des Parlaments hervor.

Ursprünglich belief sich die maximale Förderhöhe auf 6.000 Euro pro Antragstellerin bzw. Antragsteller. Am 7. Oktober wurde sie auf 10.000 Euro aufgestockt. Mitte November kam ein zusätzlicher Lockdown-Zuschuss von 1.300 Euro hinzu, der später auf 2.000 Euro angehoben wurde.

Juli stärkster Monat

Hinsichtlich der ausgeschütteten Summen war der Juli mit 17 Millionen Euro der stärkste Monat, gefolgt von November (15,7 Millionen) und Dezember (15 Millionen). Bis Ende Dezember erfolgte bei 20.958 Anträgen eine Zusage, 1.446 wurden abgelehnt, 375 waren noch in Abklärung. Insgesamt wurden 7.862 Personen mit Auszahlungen bedacht. Die Lockdown-Kompensation erhielten 5.836 Künstlerinnen und Künstler. Laut Budgetbericht umfasste die Geldspritze pro Person im Schnitt knapp 8.600 Euro.

Der Budgetdienst hat sich auch die Verteilung der positiv erledigten Anträge nach Bundesländern angeschaut. Hier liegt Wien mit 61 Prozent unangefochten an der Spitze, da viele Kunstschaffende ihren Wohnsitz in der Bundeshauptstadt haben. Sämtliche andere Länder liegen im einstelligen Prozentbereich - Niederösterreich mit neun Prozent auf Platz zwei, Burgenland mit einem Prozent an letzter Stelle. Bei den ausbezahlten 67,6 Millionen Euro hatten die Männer mit 39,8 Millionen Euro einen Anteilsüberhang im Vergleich zu den Frauen (27,8 Millionen).

Der Fonds wurde im Übrigen in das laufende Jahr verlängert. Die maximale Förderhöhe beträgt aktuell 3.000 Euro. Die Antragstellung war ab dem 15. Jänner möglich, wobei auch noch rückwirkend Anträge für das Jahr 2020 gestellt werden können, wie es im Bericht heißt. (apa)