Die bei einem Brand schwerbeschädigte Pariser Kathedrale Notre-Dame soll nach den Worten des französischen Präsidenten Emmanuel Macron termingerecht wiederaufgebaut werden. "Die Zusage für 2024 wird eingehalten werden", sagte der 43-Jährige der Zeitung "Le Parisien - Aujourd'hui en France" anlässlich seines Besuchs auf der Großbaustelle am Donnerstag.

Der Staatschef lobte die "gewaltige Arbeit", die in den vergangenen beiden Jahren geleistet worden sei, und dankte den Arbeitern, Feuerwehrleuten, Architekten und Spendern, die insgesamt 833 Millionen Euro gegeben hatten. Ohne sie wäre der Wiederaufbau nicht möglich, betonte Macron. Bilder zeigten ihn auf dem Dach des Gebäudes im Gespräch mit Handwerkern.

Brandursache noch immer nicht geklärt

Am 15. April 2019 ging die weltberühmte Sehenswürdigkeit in Flammen auf. Das Feuer breitete sich im Dachstuhl aus und erfasste dann große Teile des mittelalterlichen Gebäudes. Die Brandursache ist noch nicht vollständig geklärt: Ein Fehler im elektrischen System oder eine nicht ausgedrückte Zigarette könnten die Feuerkatastrophe ausgelöst haben.

2024 ist für Paris ein Schlüsseldatum - die Hauptstadt wird dann Gastgeber der Olympischen Sommerspiele sein. Macron hatte unmittelbar nach dem Brand angekündigt, dass die Kathedrale innerhalb von fünf Jahren wiedererstehen solle. Die erste Messe soll am 16. April 2024 gefeiert werden. In der Kapitale wird aber nicht damit gerechnet, dass das beschädigte Bauwerk mit seiner rund 850-jährigen Geschichte dann schon komplett fertig sein wird.

"Diese Kathedrale bewegt uns, ob wir nun gläubig sind oder nicht", sagte die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo, die Macron zusammen mit Chefarchitekt Philippe Villeneuve auf die Baustelle begleitete. Kürzlich habe sie etwa den US-Klimabeauftragten John Kerry im Rathaus zu Gast gehabt. "Er ist sofort zum Fenster meines Büros gegangen, um Notre-Dame zu betrachten", erzählte Hidalgo der katholischen Zeitung "La Croix" (Donnerstagausgabe).(apa=