Matthias Naske, Intendant des Wiener Konzerthauses, wird künftig nicht mehr Mitglied des Stiftungsrats des russischen Orchesters MusicAeterna von Chefdirigent Teodor Currentzis sein. Dies kündigte der Kulturmanager gegenüber der "Presse" am Freitag an: "Ich werde mich aus dem Stiftungsrat zurückziehen." Zuletzt hatte es Kritik an Naskes Rolle gegeben, zumal MusicAeterna von der russischen VTB-Bank unterstützt wird, die auf der westlichen Sanktionsliste steht.

Naske hatte stets betont, dass seine Mitgliedschaft in der in Liechtenstein ansässigen Institution ehrenamtlich und in seiner Funktion als Konzerthaus-Manager erfolgt sei. Die Stiftung habe die Funktion gehabt, Engagements außerhalb Russlands abzuwickeln. Der Krieg "und die damit verbundene politische Dimension verändern diese Konstellation", beschied Naske nun gegenüber der "Presse".

Benefizkonzert mit Currentzis abgesagt

Die Debatte ist Teil der Diskussion um die Rolle des greco-russischen Dirigenten Teodor Currentzis und seines Orchesters, das einst in Perm am Ural ansässig war, mittlerweile aber in St. Petersburg residiert. Angesichts der Unterstützung durch die kremlnahe VTB und einer ausbleibenden dezidierten verbalen Stellungnahme des Dirigenten gegen den Krieg in der Ukraine wurde in mehreren Medien über die im Konzerthaus angesetzte Spielserie des Klangkörpers debattiert. Ein für den 12. April vorgesehenes Benefizkonzert von Currentzis zugunsten der ukrainischen Kriegsopfer mit MusicAeterna und ukrainischen Musikern wurde aus diesem Grunde fallengelassen. (apa)