Eine seltene Stradivari-Geige aus dem 18. Jahrhundert wird in New York versteigert. Dabei handelt es sich um ein 1714 gebautes Instrument, das Toscha Seidel, einem in Russland geborenen Geigenvirtuosen, gehörte. Die Geige wird vom 16. Mai bis zum 9. Juni von dem auf wertvolle Instrumente spezialisierten Auktionhaus Tarisio online angeboten.

Wie die Tageszeitung "New York Times" berichtete, handelt es sich um die erste Stradivari-Geige aus dem sogenannten Goldenen Zeitalter des Geigenbaus, die seit Jahrzehnten versteigert wird. Der Wert des Instruments wird auf circa 20 Millionen Dollar (19,22 Mio. Euro) geschätzt.

Die kostbare Geige wurde von Seidel in den 1920er-Jahren für 25.000 Dollar gekauft, was heute circa 400.000 Dollar entspricht und blieb fast 40 Jahre lang in seinem Besitz. Die Geige wurde auch auf der Original-Tonspur des Stummfilms "Auf nach Illustrien" ("The Wizard Of Oz) des Jahres 1925, sowie in Aufnahmen der weltweit führenden Orchester gespielt. "Aus der Sicht eines Musikers ist es sicherlich von unschätzbarem Wert", sagte Carlos Tomé, Direktor von Tarisio.

Die Geigenbauerkunst hat sich immer in wenigen kleinen Orten konzentriert: Im norditalienischen Cremona, dem deutschen Mittenwald oder dem französischen Mirecourt. Als Blütezeit gilt das 18. Jahrhundert. Antonio Stradivari (1644-1737) gilt als der berühmteste Geigenbauer der Geschichte. Er fertigte im Laufe seines Lebens in Cremona mehr als 1.000 Saiteninstrumente an. Weltweit sind noch etwa 600 Geigen, Cellos, Gitarren und Lauten aus der berühmten Werkstatt erhalten. Sie sind bei Sammlern und Solisten heiß begehrt. (apa)