Das Jüdische Museum Wien ist kein herkömmliches Holocaust-Museum. "Es ist ein Museum über die Jüdische Kultur und ihren Einfluss in der Geschichte, wie eben auch in der Gegenwart", pflegt die Direktorin des Museums, Danielle Spera, zu sagen. Und das tat sie auch anlässlich eines Termins am Dienstag. Anlass: Die Übergabe einer spanischen Übersetzung für den museumseigenen Austellungsbegleiter, genannt "Mediaguide".

Das Museum stellt dieses Tool, das über das Mobiltelefon geladen werden kann, seinen Besuchern begleitend zu ihren Ausstellungen und Führungen zur Verfügung. Nachdem der Audioguide bisher ausschließlich in deutscher und englischer Sprache verfügbar war, wird dieses Angebot nun um Übersetzungen in spanischer, französischer, portugiesischer und italienischer Sprache erweitert.  Die erste Übersetzung - in spanischer Sprache - wurde nun im Beisein von Diplomaten spanischsprachiger Länder an Spera übergeben.

Ein Geschenk der Botschafter

Initiator dieses Projektes ist der Unternehmer und Kunstsammler, Richard Rella. "Nun können tausende neue Besucher ohne sprachliche Barriere das Museum besuchen und die Informationen in ihrer Muttersprache aufnehmen. Damit sind nun Besucher aus Spanien, Costa Rica, Cuba, Ecuador, El Salvador, Honduras, Uruguay, um nur einige zu nennen, in der Lage ein weiteres Museum für sich zu entdecken", sagte er anlässlich der Übergabe. Für die Übersetzung fachlich verantwortlich war das Instituto Cervantes unter der Leitung von Ignacio Martinez-Castignani.

Direktorin Spera bedankte sich bei den Initiatoren für die Übernahme der Übersetzungen und betonte die internationale Aufwertung, welche das Jüdische Museum dadurch erfahre. Immerhin ist das Tool nicht nur ein Geschenk an das Jüdische Museum und die Stadt Wien, sondern begreift sich auch als Beitrag der mehrheitlich christlichen, spanischsprachigen Länder für den gemeinsamen Kampf gegen den Antisemitismus. (rel)